Bau einer neuen Grundschule für Gatumba

Die Vorschule am Standort Gatumba werden wir durch ein Grundschulangebot erweitern. Gatumba liegt am Tanganyikasee, nur wenige Kilometer vor der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. 2017 hatten Burundikids e.V. und Fondation Stamm eine Vorschule an dem Standort errichtet. Das neue Angebot wurde so gut angenommen, dass zwischenzeitlich die Nachfrage die Kapazitäten übersteigt.

Zusätzlich zur Vorschulbildung soll nun eine Grundschule entstehen, damit die Kinder aus Gatumba am selben Standort weiterlernen können. Nach Abschluss der Klasse 6, so der Plan, können sie in die weiterführenden Klassen der Ecole Polyvalente Carolus Magnus am Standort Kajaga gehen – der nur einige Kilometer in Richtung Großstadt Bujumbura entfernt liegt.

Die neue Grundschule in Gatumba entsteht in Zusammenarbeit mit der Wolfgang R. Fikentscher-Kinderhilfestiftung.

09/2021 Ausbau der Kooperativen

Selbstversorgung durch Ackerbau und Viehhaltung ist die Haupteinkommensquelle in den ländlichen Gebieten Burundis. Das Problembewusstsein für Zusammenhänge zwischen Bevölkerungswachstum und Klimawandel einerseits und ausgelaugten, knappen Böden sowie Mangel an Betriebsmitteln andererseits – und der daraus entstehende Handlungsdruck unter der Landbevölkerung sind sehr groß.

Burundikids e.V. engagiert sich zusammen mit der Fondation Stamm deshalb im Projekt AMELCO (frz: Amélioration par des Coopératives) für den Aufbau und die Stärkung landwirtschaftlicher Kooperativen. AMELCO setzt in den nördlichen Provinzen Ngozi und Muyinga anhand Wissenstransfer, Anschubfinanzierung und Kapitalbildung für Investitionen sowie Erschließung neuer Absatzmärkte auf die Steigerung der Finanzkraft der ländlichen Bevölkerung und auf die gewinnorientierte unternehmerische Tätigkeit der Produzent*innen, bei gleichzeitig nachhaltiger Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung. Positive Effekte sind eine bessere Ernährungssicherheit, Schulbildung für Kinder und eine stärkere soziale Kohäsion in den Kommunen.

Dismas M. ist von Beginn an Mitglied der Kooperative im Ort Kiyange und dort für die Reismühle verantwortlich. Die Maschine schält für die Produzent*innen Reis – gegen Bezahlung an die Kooperative. Neuerdings bildet Dismas M. den jungen Pascal aus, der ihm helfen soll, die hohe Nachfrage zu bedienen. Die Reisernte ist in der Kommune gut ausgefallen. Pascal hatte die Schule während der 7. Klasse aufgrund finanzieller Schwierigkeiten seiner Familie abbrechen müssen. Das war vor zwei Jahren. Seither half er seinen Eltern bei der Feldarbeit. Mit dem neuen Job bei der Kooperative hofft er, mehr Einkommen für die Familie beitragen zu können.

Das Projekt ist eine Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und Engagement Global.

08/2021: Lehrwerkstatt für Industriemechanik als landesweite Referenz

Noch Mitte Juli führte das burundische Bildungsministerium im CPEI (Centre de perfectionnement en électromécanique industrielle) eine Inspektion durch. Geprüft wurde, ob alles notwendige Material vorhanden, die Kurse korrekt abgehalten und Standards eingehalten würden. Die Lehr-Werkstatt für junge Industriemechaniker*innen erhielt von den Inspektoren dabei die Bestnote. Mehr als das: sie schlugen sogar vor, das CPEI als „landesweite Referenz“ zu empfehlen. Bedeutet: Schulen, die ähnliche Ausbildungen in der Theorie anbieten, sollen sich künftig an das CPEI wenden können, um dort Schüler*innen in die Praxis schicken zu können.

Am CPEI können sich Jugendliche mit entsprechender Vorqualifikation für eine einjährige Weiterbildung einschreiben. Die schließen sie mit einem staatlich anerkannten Diplom DAP (diplôme d‘aptitude professionnelle) ab.

Die allererste Generation Auszubildender hat die Ausbildung erfolgreich bestanden: 20 Jugendliche nahmen bei der Diplomfeier ihre Auszeichnungen entgegen. Geladen waren Gäste aus Wirtschaft und Politik. Sogar der Vizepräsident Burundis war – neben einem Vertreter des Bildungsministeriums und einem Abgesandten der Stadtverwaltung Bujumbura – zur Verleihung gekommen und hielt eine motivierende Ansprache für die Absolvent*innen. Das burundische Fernsehen berichtete.

Justin Ndikumana, Direktor des CPEI, war sichtlich stolz. 2017 war er zusammen mit seiner Kollegin Evelyne Ndayishimiye zur Fortbildung nach Deutschland gekommen. Beide haben die Werkstatt dann in Burundi mit aufgebaut, ehe sich das Ausbilder*innen-Team um drei weitere Kolleg*innen vergrößerte. Der nächste Ausbildungslehrgang soll im Oktober starten.

03/2021: Berufsfortbildung im CPEI

Der Centre de perfectionnement en électromécanique industrielle (CPEI) ist eine Lehrwerkstatt zur Fortbildung von Industriemechaniker*innen in Bujumbura. Aktuell sind 27 Jugendliche mit entsprechenden Vorkenntnissen und Qualifikationen dort eingeschrieben. Nach der 18-monatigen Fortbildung werden sie ein entsprechendes Diplom für die Fortbildung erhalten.

Die Werkstatt wurde 2021 offiziell durch das burundische Bildungsministerium akkreditiert. Unter den Azubis ist auch ein ehemaliger Absolvent aus den eigenen Reihen: in der Hauptstadt Gitega unterstützt Burundikids e.V. die Technikerschule Ecole Technique Omnis, die nach der 12. Klasse mit dem Fachabitur abgeschlossen werden kann. Damit sind die Jugendlichen entweder für den Arbeitsmarkt qualifiziert oder für ein Studium bzw. eine Weiterbildung auf demselben Fachgebiet.

Noch einziges Manko, das zeigt, dass Frauen mehr für dieses Berufsbild sensibilisiert werden müssen: unter den Auszubildenden ist nur eine junge Frau. Wesentlich besser ist das Verhältnis beim Personal des CPEI: zwei von vier Ausbilder*innen sind Ingenieurinnen.

10/2019 Arbeit mit Kooperativen

Im Norden und Nordosten Burundis unterstützt Burundikids e.V. Kleinbauern beim Aufbau von Kooperativen. Ziel ist in erster Linie die Verbesserung der Ernährungslage der Bevölkerung in den Regionen Ngozi und Muyinga. Einerseits steigern die Kleinbauern ihre landwirtschaftliche Produktion durch den Zugang zu Saatgut und Betriebsmitteln. Andererseits entstehen neue Infrastrukturen wie Hangars zur Einlagerung von Ernten und neue Geschäftsideen durch Verfügbarkeit von Kapital.

Die Basis für die Kooperativen bilden Selbsthilfespargruppen. Dafür schließen sich mehrere Haushalte zusammen und gründen eine Gemeinschaftskasse, in die alle einen regelmäßigen Beitrag einzahlen und aus der intern Kleinstkredite vergeben werden können. Ein Teil des Geldes wird für Soziales und Notfälle verwendet. Auf diese Weise können die Gruppen bereits Kapital sammeln und neue Aktivitäten starten, zum Beispiel den Ankauf einer weiteren landwirtschaftlichen Fläche, um die Produktion zu steigern.

Mehrere dieser Spargruppen schließen sich zu einer Kooperative zusammen. Sie geben sich Statuten und wählen Gremien. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, registrieren sie sich bei einer staatlichen Behörde, wodurch sie ihren Handlungsspielraum noch erweitern. Aktuell haben 25 Kooperativen ihre Unterlagen eingereicht und warten auf ihre Akkreditierung.

Während die Kooperativen weitreichendere und größere Projekte anstoßen können, wie der Bau und Betrieb eines Hangars, Gründung von Saatgutproduktionen oder Inbetriebnahme von Getreidemühlen, bleiben die Spargruppen ihrerseits weiterhin aktiv. Ihre Mitglieder legen sich Tierbestände und ordentliche Ställe zu oder investieren in Landwirtschaft. Besonders erfreulich dabei ist die starke Partizipation von Frauen und zwar nicht nur als Mitglieder, sondern auch in den Gremien und bei der Entscheidungsfindung.

Auch in den Haushalten und zwischen den Familien haben sich die Lebensumstände und der Umgang miteinander verbessert. Viele Familien können sich zwei statt nur eine Mahlzeit am Tag leisten, das komplette Schulmaterial für die Kinder kaufen – und Paare streiten sich weniger über Geldsorgen. Außerdem berichten einige, dass die Kriminalität zurückgegangen sei – wenn es allen etwas besser ginge, würde auch weniger geklaut. Insgesamt sei der soziale Zusammenhalt deutlich besser geworden, berichten die Kolleg*innen der Fondation Stamm von ihren Besuchen in Ngozi und Muyinga. Eine große Herausforderung bleibt weiterhin der spürbare Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf Dürre und Starkregen. Und auch die Sorge vor der Corona-Pandemie ist permanentes Gesprächsthema.

Das Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

05/2019 Stärkung landwirtschaftlicher Produzent*innen

Seit Mitte 2017 unterstützt Burundikids e.V. mit dem lokalen Partner, Fondation Stamm, intensiv Kleinbauern im Norden und Nordosten Burundis. Die Gründung und Ausbildung landwirtschaftlicher Produzentengemeinschaften basiert auf der bisherigen Zusammenarbeit seit 2006 mit Kleinbauern der Region. Die größeren Kooperativen mit mehr Mitgliedern werden gebildet aus kleineren Zusammenschlüssen von Kleinbauernfamilien, die zuvor bereits eine Spargemeinschaft zur Selbsthilfe gegründet hatten. In diesen Spargruppen leistet jedes Mitglied einen kleinen Beitrag in die Gemeinschaftskasse, aus der wiederum die Mitglieder Kleinstkredite erhalten können. Die Gründung von Kooperativen soll den Kleinbauern einen größeren wirtschaftlichen Handlungsspielraum ermöglichen, durch den sich wiederum die Lebensbedingungen der Familien verbessern. Beispielsweise werden durch den Zugang zu qualitativ gutem Saatgut die Ernten gesteigert. Durch das höhere Haushaltseinkommen verbessert sich die Ernährungssituation und Kinder können zur Schule geschickt werden.

Die Leitungs- und Kontrollgremien werden von den Kooperativenmitgliedern selbst gewählt. MitarbeiterInnen der Fondation Stamm begleiten lediglich beratend, stehen für Rückfragen zur Verfügung und vermitteln bei den lokalen Behörden. Mehr als die Hälfte der Mitglieder der Genossenschaften sind Frauen. Dass sich diese starke Teilhabe auch in den Leitungsgremien der Produktionsgemeinschaften widerspiegelt, ist eines der Ziele des Projekts. Bereits jetzt sind alle Posten in den Kooperativen, die für Finanzen verantwortlich sind, mit Frauen besetzt.

Eine Kooperative hat bereits eine Mühle anschaffen können, mit der sie Geld für die Gemeinschaftskasse verdient. Zuständiger Mitarbeiter ist Tito, der täglich die Ernten der Kunden mahlt. Vorher mussten die Kleinbauern immer lange Strecken zurücklegen. Nicht nur die Genossenschaft profitiert vom neuen Geschäftsfeld. Auch Tito kommt persönlich voran. Dank der neuen Aktivität konnte er sich bereits ein eigenes kleines Stück Land zulegen und ein Häuschen bauen. Ein anderes Mitglied derselben Produktionsgemeinschaft, Salustia, klingt ebenfalls begeistert: „Kürzlich wurde eines meiner Kinder sehr krank. Dank der Spargemeinschaft konnte ich einen kleinen Kredit nehmen und mein Kind schnell behandeln lassen. Außerdem kann ich alle meine Kinder problemlos in die Schule schicken!“ Sultia konnte sich dank ihrer Genossenschaft Ziegen zulegen und auf einem Grundstück mit Reisanbau beginnen.

Das Projekt wird in Kooperation mit Engagement Global und dem deutschen Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt.