Bildung, Teilhabe und Sport im TKC

Im TKC fanden in den Ferien einen Monat lang Informatikkurse für Jugendliche statt. Sechs junge Menschen nahmen an diesem Intensivkurs teil und erwarben grundlegende Kenntnisse in Informatik. Nach erfolgreichem Abschluss erhielten alle Teilnehmenden ein Zertifikat, das ihnen bei Bewerbungen oder weiterführenden Ausbildungswegen helfen kann.

Seit Mai 2025 lernen junge Frauen im TKC das Schneidern. Viele der Teilnehmerinnen des Nähkurses und der Ausbildung sind Überlebende von sexueller Gewalt. Durch die Ausbildung erlernen sie Fähigkeiten, erwirtschaften ihr eigenes Einkommen und bekommen neues Selbstvertrauen. Insgesamt nehmen aktuell 36 Frauen an den Kursen teil.

Im Sportbereich gibt es auch Neuigkeiten: Ein Partner sponsorte eine Tischtennisplatte, durch die das sportliche Angebot des TKC weiter ausgebaut werden konnte.
Von den bereits bestehenden Fußballmannschaften nahmen zwei an den lokalen Meisterschaften in Gitega teil und schlugen sich sehr gut. Die Jugendmannschaft absolvierte sieben Spiele, doch verpasste den Einzug in die nächste Runde knapp. Die Mannschaft der vierten Liga bestritt vier Spiele und sicherte sie sich den Klassenerhalt für die kommende Saison!

Im Kulturbereich sind verschiedene Kulturvereine nach wie vor aktiv: Die Vereine für lokale Tänze, Vereine für moderne Tänze, Trommelverein, Modenschau-Verein usw. bieten ein vielfältiges Freizeitangebot für die Jugendlichen an.

Apotheker ohne Grenzen in Burundi

Zuletzt besuchten Burundikids e.V. und zwei Vertreterinnen von Apotheker ohne Grenzen (AoG) in Begleitung eines Vertreters vom Rotary Club gemeinsam Burundi. Ziel ihres Besuchs war es, sich einige Projektstandorte anzusehen und Eindrücke der (gemeinsamen) Projekte zu gewinnen.

Am ersten Tag der Reise ging es zunächst nach Gatumba zur EPCM (École polyvalente Carolus Magnus. Dort wurde die Delegation herzlich empfangen und bekam eine Führung durch die Schule. Am zweiten Standort der EPCM in Kajaga konnten sie die verschiedenen Bereiche der Schule (Grundschule, weiterführende Schule, technische Schule) sowie die Infrastruktur (wie das Labor, den Computerraum, den Praktikumsraum für die paramedizinischen Bereiche usw.) kennenlernen. Der Besuch in Kajaga endete im HHK (Hôpital Hippocrate de Kajaga) mit einer Besichtigung der verschiedenen Abteilungen des Krankenhauses.

Am zweiten Tag der Reise besuchte die Gruppe das Mutter-Kind-Heim Nyubahiriza in Mutakura. Die Begegnung mit den Frauen vor Ort rührte alle sehr und stimmte sehr hoffnungsvoll. Auch die Mitarbeiterinnen (Leitung, Psychologin, Verwaltung, Krankenpflegerin) wurden bei einem gemeinsamen Umtrunk kennengelernt und es gab Gelegenheit zum Austausch. Der Besuch begann mit Gesang und Tanz und endete ebenso mit Gesang und Tanz.

Die beiden Tage darauf wurde die Apotheke Yacu und das Flüchtlingslager in Gateri besucht und es wurde sich ein Bild der aktuellen Arbeit der Kolleg*innen vor Ort gemacht.
In den nächsten Tagen besuchte die Delegation Gitega: Die ETO (Technische Schule Omnis) und das TKC (Thilo Kehrer Center). An der ETO wurde sie von der Direktion empfangen. Die Besucher konnten sich auch mit einigen Schülern auf Deutsch, Französisch und Englisch unterhalten. Außerdem konnten sie sich die Ausstattung der Schule ansehen (z. B. Werkraum, Computerraum usw.). Im TKC wurde von der Entstehung und dem Freizeitangebot des Zentrums erzählt.

Am letzten Tag der Reise haben die beiden Vertreterinnen von AoG eine Präsentation für die PTA (Pharmazeutisch-Technische Assistenz)-Klasse an der EPCM gehalten. Diese Präsentationen, die Raum für Fragen und Austasuch bieten, finden bei jedem Besuch von AoG in Burundi für die Schüler der PTA-Klasse statt.Burundikids e.V. und Apotheker ohne Grenzen arbeiten bereits seit 2017 zusammen und waren auch in vergangenen Jahren schon gemeinsam in Burundi. Wir bedanken uns für die tolle Zusammenarbeit und sind stolz auf alles, was gemeinsam erreicht werden konnte!

Bleibende und neue Herausforderungen für die Menschen in Gateri

Die guten Nachrichten aus Gateri sind: In der Gesundheitsstation im Lager konnten in einem Monat 293 Patient*innen behandelt werden. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind positiv. Besonders hervorgehoben werden die medizinische Versorgung, die psychosoziale Begleitung sowie die hohe Verfügbarkeit des Teams. Gleichzeitig bleibt der Bedarf sehr hoch. Die Lebensbedingungen im Lager sind weiterhin sehr schwierig, die Zahl der Krankheitsfälle ist hoch und der Bedarf an psychologischer Unterstützung weiterhin groß.

Besorgniserregend ist die aktuelle Choleraepidemie in der Provinz Cibitoke mit fast 200 registrierten Fällen. Denn auch wenn es in Gateri bislang noch keine bestätigten Choleraerkrankungen gibt, erhöhen der Wassermangel, die unzureichenden sanitären Anlagen und die bevorstehende Regenzeit das Risiko dafür erheblich.

Neben diesen Entwicklungen gibt es noch eine weitere Herausforderung: 21 Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt, die Überlebenden sind Frauen, Kinder und Jugendliche. Unsichere Lichtverhältnisse im Lager erhöhen insbesondere für Frauen und Mädchen das Risiko weiterer Übergriffe. Die Überlebenden werden psychologisch vom Team vor Ort begleitet.Die Entwicklungen in Gateri zeigen deutlich: Unsere Langfristige Unterstützung bleibt notwendig.

Burundikids zu Besuch an der GGS Balthasarstraße

In der Turnhalle der GGS Balthasarstraße waren wir zuletzt zu Gast bei einer herzlichen Schulversammlung. Hannah Keuchel und Luisa Schumacher erzählten den Schüler*innen vom Leben der Menschen in Burundi und davon, wie wichtig Unterstützung für Bildung, Gesundheit und tägliche Versorgung ist.

Mithilfe von Fotos bekamen die Kinder einen direkten Einblick in den Alltag burundischer Familien.Das Highlight des Tages war die Übergabe eines großen Spendenchecks:Dank des erfolgreichen Sponsorenlaufes konnte die Schule 11.000 € sammeln. Die Schülersprecher*in überreichten stolz den Scheck.Wir sagen von Herzen Danke an alle laufstarken Kinder, engagierten Lehrkräfte, Familien und Unterstützer*innen der GGS Balthasarstraße!

Update ETO

An der Ecole Technique Omnis (ETO) in Gitega werden drei technische Ausbildungszweige unterrichtet: Elektromechanik, Telekommunikation und Informatik/Maintenance.Die aktuellen Zahlen zeigen, wie die Geschlechterverteilung in diesem Schuljahr aussieht:·     Elektromechanik: 157 Jungen und nur zwei Mädchen·     Telekommunikation & Informatik: fast ausgeglichenBurundikids e.V. unterstützt Mädchen dabei, traditionelle Rollenbilder zu überwinden und sich in allen Berufsfeldern zu behaupten – auch in MINT. Wir freuen uns, dass es in zwei der drei Fächer bereits sehr gut funktioniert! Wir möchten in Zukunft weiterhin Mädchen unterstützen und bei ihrer Ausbildungswahl bestärken.

Update EPCM

An der EPCM (Ecole Polyvalente Carolus Magnus) in Kajaga können sich Schüler*innen nicht nur zwischen dem technischen und naturwissenschaftlichen Abitur entscheiden, sondern haben auch einige Optionen von Ausbildungsgängen, darunter z.B. PTA (pharmazeutisch-technische Assistenz), Laborassistenz, Krankenpflege.Die aktuellen Schüler*innen-Zahlen zeigen:Im Fachbereich Krankenpflege lernen mehr als doppelt so viele Mädchen wie Jungen. Krankenpflege gilt auch in Burundi häufig noch zu den „typischen Frauenberufen“. Allerdings sind Fürsorge und Verantwortung keine Frage des Geschlechts und wir freuen uns zu sehen, dass der Berufszweig auch zunehmend von jungen Männern gewählt wird!

Burundikids e.V. setzt sich dafür ein, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen Zugang zu allen Bildungs- und Berufswegen erhalten und sich junge Menschen unabhängig von Rollenbildern für einen Beruf entscheiden können.