Désiré schreibt über seine Erfahrungen in Deutschland:
„Fünf Monate sind jetzt vergangen, seit ich mein zu Hause verlassen habe. In dieser Zeit habe ich neun Operationen gehabt. Vergangene Woche habe ich die letzte gut überstanden. Jetzt erhole ich mich abwechselnd bei Jacque und Martina. Endlich kann ich auch die dicken Pullover im Schrank lassen. Meine Sandalen trage ich schon die ganze Zeit. Obwohl es eigentlich zu kalt war, hatte ich einfach keine Lust mich jeden Tag in Socken und Turnschuhe zu zwängen. Ich verbringe die Tage mit langen, langsamen Spaziergängen. Ich gucke mir alles genau an. Die Menschen, Straßen und Geschäfte. Bald werde ich die Krücken nicht mehr brauchen. Ich kann das Bein schon ein bisschen besser belasten. Mehr...

Sie hatte Hoffnung, bis zuletzt, dass sie leben darf. Alle hatten diese Hoffnung. Und zuerst sah es auch danach aus. Mit Unterstützung vieler freiwilliger Helfer und außerordentlichen Spendenaktionen konnten wir Rose aus dem Waisenheim „Uranderera“ nach Deutschland bringen, wo ihre schwere Krankheit (Aplastische Anämie) behandelt werden sollte. Die deutschen Ärzte schafften es, dass Rose zuerst überlebte, dann Hoffnung schöpfte auf ein Weiterleben. Zwar mit Medikamenten und Bluttransfusionen ein Mal pro Monat – aber leben. Gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Claudine, die ebenfalls im Heim lebt.
Doch am Mittwoch, 14. Juli, hat Rose den Kampf verloren. Den Kampf gegen ihren eigenen Körper, der geschwächt jeder leichten Infektion ausgeliefert war. Am Vormittag starb Rose in einem Krankenhaus in Bujumbura. In den Tagen zuvor noch hatten wir mit Unterstützern und den Ärzten in Freiburg besprochen, wie eine langfristige Versorgung mit Medikamenten für Rose sichergestellt und organisiert werden kann. Eine weitere Lieferung sollte Martina von den burundikids Ende des Monats nach Burundi bringen.
Wir danken allen von ganzem Herzen, die sich über die lange Zeit engagiert und eingesetzt haben. Für das Leben von Rose. Allesamt sind wir an unsere Grenzen gestoßen – doch wurde Rose dadurch Hoffnung gegeben und nicht zuletzt eine noch schöne Zeit mit ihrer jüngeren Schwester und ihren Freunden im Kinderheim ermöglicht.
Das burundikids-Team
Die Schülerinnen und Schüler der EPCM haben wieder einmal fleißig gearbeitet. Und vor allem ohne Unterbrechung durch Streiks, wie sie dieses Schuljahr die öffentlichen Schulen mehrere Monate lahm gelegt hatten. Rund 800 Kinder und Jugendliche bekamen ihre Zeugnisse – begonnen beim Kindergarten bis hin zur Oberstufe. Lediglich die zehnten Klassen müssen noch weiter die Schulbank drücken, die Lehrer Überstunden einlegen: denn Mitte Juli müssen sie den nationalen Test absolvieren, den sie mit der Mittleren Reife abschließen können und der ihnen – bei erfolgreichem Bestehen – den Weg in die letzten Klassen bis zum Abitur öffnet.
Die burundikids wünschen schöne (Schul-)Ferien!
Das Gesundheitsministerium in Burundi hatte in diesen Tagen eine landesweite Impfkampagne gestartet. Auch die „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM) stand auf dem Plan. An zwei Tagen bekamen Kinder bis 14 Jahren Tabletten zur Vorsorge gegen Würmer und Bilharziose. Dabei wurde „Albendazole“ gegen Würmer verabreicht und „Praziquantel“ gegen Bilharziose. Letzteres bekamen alle Kinder zwischen fünf und 14 Jahren, an der EPCM also 424 Schüler. Gegen Würmer bekamen auch die Jüngeren die Tabletten verabreicht, insgesamt 440 Kinder.
Grundschuldirektor Désiré hatte die Woche zuvor an einem Seminar teilgenommen, in dem über die Gefahr dieser Krankheiten informiert, sowie die Verteilung der Medikamente erklärt wurde. An der EPCM verabreichte er gemeinsam mit seinen Schulkollegen die Tabletten. Die Vorsorgeaktion wurde vom Ministerium und seinen Partnern kostenlos angeboten.
Im Mai starteten die Schüler der Hauptschule Kall (Eifel) zum zweiten Mal einen „Spendenmarathon“ für ihre Partnerschule, die „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ in Bujumbura. Während an dem Freitag in anderen Einrichtungen schulfrei war, nahmen die Kaller mit ihren Aktionen bei dem besonderen „Burunditag“ 3.500 Euro ein. Mehr...
Désiré besuchte zusammen mit Martina Wziontek und Jaques die Hermann-Lietz-Schule in Haubinda, deren Schüler und Lehrer sich schon seit über 5 Jahren für „burundikids“ engagieren.
Im Raum der Klasse 9a, der gleichzeitig der Gildenraum ist, trafen sich mit ihm die Klassen 7a, 9a und die Gildenmitglieder. Martina erzählte uns über Désirés Odyssee. Nachdem er seine Schüchternheit überwand, war er richtig munter und lustig. Désiré nahm die Geschenke der Schule für ihn und seine Freunde im Straßenkinderheim mit großer Freude und Emotionalität entgegen. Bereitwillig beantwortete er mit Hilfe von Jaques die Fragen der Schüler. Mehr...