Die AoG-Partnerinnen mit Laborleiter Emmanuel Ndayikengurukiye und angehenden PTAs

 

Ein bisschen mulmig war mir schon zu mute, als wir vom Flughafen abgeholt wurden und mit dem Auto auf dem Weg zum Hotel waren. Ich war froh, meine Kollegin Irene bei mir zu haben, die selbst schon einmal in Burundi war. Bisher kannte ich das kleine ostafrikanische Land nur von den Erzählungen meiner Kolleginnen und den Fotos ihrer Reisen. Besonders gespannt bin ich auf den Besuch der EPCM, an der auch die pharmazeutisch-technische Ausbildung angeboten wird. Seit 2018 unterstützt Apotheker ohne Grenzen Deutschland e.V. (AoG) mit finanzieller und fachlicher Hilfe bei der Ausstattung von Schule und Labor. Anfang letzten Jahres wurde ich selbst Teil des ehrenamtlichen Projektteams.

Charlotte Lübow (li) und Irene Markert von AoG mit EPCM-Direktor Dr. Floribert Dundaguza

Laborleiter Emmanuel Ndayikengurukiye mit angehenden PTAs

Beim Besuch der Schule werden wir sehr herzlich vom Floribert, dem Schulleiter und Emmanuel, dem Leiter der Laborpraktika der EPCM begrüßt. Wir dürfen anschließend am Laborpraktikum teilnehmen, es steht die Herstellung einer Salbe auf dem Programm. Es ist fast so, als würde ich in Deutschland im Laborpraktikum stehen, die Schüler*innen hören gespannt zu, während Emmanuel den Versuchsaufbau erklärt und machen sich danach selbst ans Werk. Schließlich zeigen sie uns stolz ihre hergestellten Salben. Der Enthusiasmus und die Motivation der Schüler*innen beindrucken mich sehr.

Der emotionalste Teil unserer Reise bleibt für mich jedoch der Besuch des Camp Sobel, in dem die Opfer der Überschwemmungen des Tanganjika Sees unterkommen. Ich sehe Zelte soweit das Auge reicht. Im Gespräch mit dem Personal des Gesundheitspostens im Camp erfahren wir, dass vor allem parasitäre Erkrankungen als auch Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen ein großes Problem für darstellen. Die hygienischen Bedingungen, unter denen die Menschen dort leben, sind trotz aller Bemühungen weiterhin sehr schlecht und viele Kinder leiden unter Mangelernährung. Auf dem Rückweg ist es ganz still im Auto, diese Eindrücke müssen erstmal verdaut werden.

Im weiteren Verlauf der Reise besuchen wir außerdem die vielen weiteren Projekte, die die Fondation Stamm im Land betreibt und die mit Hilfe von Burundikids verwirklicht werden können. So besuchen wir u.a. den Kindergarten und die Grundschule in Gatumba, die Berufsschule ETPM in Muramvya mit Internat und angrenzendem Kinderheim sowie die Berufsschule ETO in Gitega.

Nach einer vollgepackten Woche geht es dann wieder zurück nach Deutschland. Die Bilder und Emotionen der Reise werden mir bestimmt noch lange in Erinnerung bleiben. Ich blicke mit voller Zuversicht auf eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Burundikids und AoG.