Die Uni im Labor

Seit acht Jahren kooperiert die Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) mit der staatlichen Hochschule Institut National de Santé Publique (INSP). Die EPCM verfügt über ein sehr gut ausgestattetes Labor für Praxisarbeiten und Versuche.

Vor allem in den Ferienzeiten kommen die Studierenden nach Kajaga und werden im Labor bei den Kursen galenische Pharmazie sowie organische und anorganische pharmazeutische Chemie be- und angeleitet. Schön für Laborleiter Emmanuel Ndayikengurukiye sind die Wiedersehen: unter den Studierenden des INSP sind auch immer wieder Absolvent*innen der EPCM, die er in PTA (pharmazeutisch-technische Assistenz) ausgebildet hatte.

Das „Fichte“ fliegt nach Burundi

Der Kontakt der BURUNDI KIDS zum Fichte-Gymnasium in Karlsruhe reicht zurück bis 2012. Tatsächlich war der Austausch aber noch nie so konkret wie jetzt: 2019 nahm eine 8. Klasse das Engagement in die Hand, seitdem besteht ein regelmäßiger Austausch und Kontakt zu einer Schule in Burundi, die sich u.a. dem Umweltschutz verschrieben hat. Jetzt packt eine kleine Reisegruppe aus Karlsruhe die Koffer und fliegt nach Burundi.

Drei Schülerinnen und zwei Lehrerinnen werden die Schulpartnerschaft der Karlsruher*innen mit der Ecole Technique de l’Education Environnementale (ETEE) in Ngozi, im Norden Burundis, konkretisieren und intensivieren. Es ist der erste Besuch an der ETEE. 2022 waren zwei burundische Kolleg*innen auf Deutschlandtour und u.a. auch für einen Benefizabend und Vortrag am Fichte-Gymnasium (s. auch Jahresbericht Burundikids e.V. 2022).

In Ngozi ist man derweil genauso aufgeregt und in Vorfreude wie in Karlsruhe. Wie die Begegnung wohl werden wird? An Ideen für die gemeinsame Zeit mangelt es nicht.

Mutter-Kind-Heim

Im Centre Nyubahiriza haben 25 Mädchen und junge Frauen mit ihren Kindern Platz. Dort werden sie rund um die Uhr betreut und leben gemeinsam in einem geschützten Umfeld.

Die meisten der Mädchen haben schwere Schicksalsschläge hinter sich – vom Schulabbruch, über Zerwürfnisse mit dem Elternhaus, Verlust der Eltern in jungen Jahren bis hin zu ungewollten Schwangerschaften und sexueller Gewalterfahrung. Im Heim können sie sich neu orientieren und mit ihren Kindern eine Zukunft planen.

Einige Mädchen nehmen das Angebot der Ausbildung in der Schneiderei wahr. Sie bekommen entsprechend Geld für Bus und Mittagessen und sind tagsüber „außer Haus“. Andere wiederum gehen zur Schule. Die Mitarbeiterinnen des Heims bemühen sich, für jede Bewohnerin eine individuelle Lösung zu finden.

SV Darmstadt 98 schenkt burundikids e.V. 98 Trikots und Hosen für die Sportmannschaften der Schulen

Zwei große Karton hatten sich auf den Weg von Darmstadt nach Burundi gemacht und sind dort wohlerhalten angekommen. Die Spende kommt den Sportmannschaften der älteren Jungen und Mädchen in den von Burundikids e.V. unterstützten Schulen in Burundi zugute. Über den rein sportlichen Aspekt hinaus versprechen wir uns durch die einheitlichen Trikots die Entwicklung von Gemeinschaftsgefühl und Teamgeist, wertvolle Eigenschaften, die über den Sport hinaus in das tägliche Leben der Jugendlichen in Burundi integriert werden können. Durch die Spende wird direkt dazu beigetragen, den Zugang zu sportlichen Aktivitäten für Jugendliche in Burundi zu verbessern und ihre persönliche Entwicklung zu fördern. Die gemeinsame Initiative zeigt, wie Sport und Solidarität Hand in Hand gehen können, um positive Veränderungen in der Welt herbeizuführen.

Burundikids e.V. bedankt sich ganz herzlich bei den “Lilien” und wünscht alles Gute für die laufende Bundesligasaison.

Mit Agri-Business gegen Jugendarbeitslosigkeit

In Burundi sind (schätzungsweise) rund 3,5 Millionen Menschen (ca. 33 Prozent der Gesamtbevölkerung) zwischen 15 und 64 Jahre alt – die Altersgruppe, die als hauptsächlich erwerbstätig gilt. Gleichzeitig „nimmt die Jugendarbeitslosigkeit in Burundi das Ausmaß einer nationalen Katastrophe an“, schreibt ein Kollege aus Burundi. Laut Erhebungen aus 2016 lag die Jugendarbeitslosigkeit in ländlichen Gebieten bei rund 55 Prozent, in städtischen Gebieten sogar 65 Prozent.

Großes (und oft noch ungenutztes) Potenzial liegt im ländlichen Raum. Die Jugend ist motiviert und ideenreich – ihr fehlt oft jedoch der richtige Ansatzpunkt, um loszulegen. Mit Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) tun sich Burundikids e.V. und Fondation Stamm mit den Jugendlichen in den Provinzen Ngozi und Muyinga (Norden/Nordosten) zusammen und entwickeln gemeinsam kleine Start-Ups, hauptsächlich im landwirtschaftlichen Bereich. Ziel sind nicht nur Jobs, wirtschaftliche Betätigung und neue Möglichkeiten, sondern auch gegenseitige Unterstützung und Vernetzung sowie Zugang zu Krediten. 420 Jugendliche nehmen am Programm teil. Mädchen und junge Frauen werden dabei besonders motiviert, sich zu beteiligen und auch Entscheidungsrollen wahrzunehmen.

Sauberes Wasser

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser ist Teil eines Projekts im Norden und Nordosten Burundis, das Burundikids e.V. und Fondation Stamm seit 2021 zusammen mit den lokalen Behörden und Bewohner*innen umgesetzt haben. Zum Beispiel auf dem Hügel Ruyaga.

Eine Frau, die die neu aufbereitete Quelle regelmäßig nutzt, sagt: „Früher tranken wir Wasser von schlechter Qualität. Viele hatten vergeblich versucht, eine Quelle auf diesem Hügel zu bauen. Aber dank der Fondation Stamm und ihrer Partner haben wir nun eine Wasserquelle, die uns mit sauberem Trinkwasser versorgt. Auch unsere Kinder werden nicht mehr krank, wie es früher mit dem schlechten Wasser der Fall war.“

Auch der Hügelchef äußerte sich positiv und mahnt gleichzeitig an: „Ruyaga hat jetzt eine eigene Wasserquelle, die mehr als 100 Haushalte versorgt. Dank dieses sauberen Wassers gibt es weniger Fälle, die mit Krankheiten zusammenhängen, die auf mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Wir als Gemeinschaft müssen uns jetzt darum bemühen, dass diese Quelle ein sauberer Ort bleibt. Es liegt in unserem eigenen Interesse.“Die Instandsetzung bzw. der Neubau von Quellen sowie die Implementierung ökologischer Latrinen sind Teil des Projekts in den Provinzen Ngozi und Muyinga, co-finanziert durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).