Neuigkeiten aus Birashoboka

Familienreintegration ist ein zentrales Ziel der Arbeit im Straßenkinderheim Birashoboka. Der Platz eines Kindes ist nicht dauerhaft im Zentrum, sondern in seiner Familie. Nach einer Phase der Rehabilitation sucht das Fachpersonal gezielt nach leiblichen Familien oder Pflegefamilien. Wo finanzielle Schwierigkeiten eine Rückkehr erschweren, werden die Familien dabei begleitet, eine stabile Grundlage für die Aufnahme des Kindes zu schaffen.

Im letzten Jahr konnten so 17 von 28 neu aufgenommenen Kindern in ihre Familien zurückkehren. Zusätzlich wurden 6 Kinder reintegriert, die bereits länger im Heim waren.Die Kinder werden in Birashoboka psychologisch und sozialpädagogisch betreut, gehen zur Schule und erzielen gute Noten, und pflegen mit Sport und Musik auch ihre kulturelle Identität! All diese Aktivitäten helfen den Kindern, Vertrauen aufzubauen, Gemeinschaft zu erleben und ihre Vergangenheit zu verarbeiten.

Herzlichen Glückwunsch, Jean Pierre!

Tolle Nachrichten von unserem Stipendiaten Jean Pierre in Benin erreichten uns Ende Januar: Jean Pierre hat erfolgreich seine Masterarbeit verteidigt und großes Lob von der Jury bekommen. Er erhielt sein verdientes Master Zeugnis und ist sichtlich stolz.

Jean Pierre schreibt in einer Nachricht, wie bereichernd und bewegend der Tag und auch der Weg durch das Studium war und wie dankbar er ist, dass Burundikids + Partner ihn dabei unterstützt haben.

Zu Besuch in Birashoboka

Aktuell leben 47 Jugendliche im Kinderheim Birashoboka. Im Schuljahr 2025/2026 besuchen 46 von ihnen die Grund- oder Sekundärschulen. Ein Junge, Eddy, geht (aus gesundheitlichen Gründen) nicht zur Schule – er unterstützt dafür die Mitarbeitenden bei hauswirtschaftlichen Arbeiten und bei der Betreuung jüngerer Kinder in Kajaga.

Wenn die Kinder von der Schule kommen, gibt es Essen. Donnerstags steht dann noch derWaschtag an: Das Waschen der Schuluniform liegt in der Verantwortung aller Kinder und Jugendlichen, schon von klein auf. Danach verbringen die Jugendlichen ihre Nachmittage ganz individuell, manche ruhen sich aus, andere machen direkt ihre Hausaufgaben, wieder andere verbringen etwas Zeit mit den Mitarbeitenden im Lern- und Leseraum des Heims. Dort bekommen sie auch Hilfe bei den Hausaufgaben oder Englischunterricht, wenn sie keine aufhaben.

Die Geschichten der Kinder, die nach Birashoboka kommen, sind ganz unterschiedlich. Oft mussten die Kinder schon früh in ihrem Leben familiäre Schicksalsschläge erleben. In Birashoboka haben sie einen Platz und eine liebevolle Gemeinschaft.

 

Großes Wiedersehen

Am 14. Mai kam AC. nach Birashoboka und traf auf ihren kleinen Bruder – die beiden hatten sich seit 2017 nicht mehr gesehen, und der Junge D. hatte keine Erinnerungen an seine große Schwester. Ihre Geschichte ist bewegend:

2017 verstarb die gemeinsame Mutter der beiden, und beide wurden zu Halbwaisen. Sie haben unterschiedliche Väter und es ist nicht klar, wo der Vater des Jungen ist. Aufgefallen ist er nämlich, als er 2021 alleine und verzweifelt auf dem Gelände von Kigaramango (vorgesehen für Menschen, die von den Überschwemmungen in Kajaga-Gatumba betroffen waren) aufgefunden wurde. Es wurde beschlossen, dass der damals 6 Jährige im Centre Birashoboka aufgenommen werden soll. Als er dort ankam, kannte er nur seinen eigenen Vornamen.Im Herbst 2022 begann er in die Schule zu gehen – heute ist er in der 3. Klasse der EPCM.

Seine Schwester AC. begann Anfang dieses Jahres damit, nach ihm zu suchen und kehrte in das alte Wohnviertel der Familie zurück, wo Nachbar*innen ihr sagten, ihr Bruder D. sei im Centre Birashoboka. Am 14. Mai besuchte sie also Birashoboka und auch wenn D. sich nicht an sie erinnern konnte, freute er sich riesig über den Besuch seiner großen Schwester und schlug direkt vor, am nächsten Wochenende mehr Zeit zusammen zu verbringen.

AC. hilft den Kolleg*innen vor Ort nun dabei, durch mehr Informationen zum familiären Hintergrund eine Familienzusammenführung für D. zu ermöglichen.

Update von Jean Pierre

Jean Pierre ist aktuell im 2. Jahr seines Masterstudiums in Anästhesie & Reanimation. Das erste Halbjahr war intensiv: Theorie, Labor, Praktikum und Forschungsarbeit standen auf dem Plan. Er berichtet, dass die Universität Wert darauf legt, dass die Mediziner*innen lösungsorientiert an Herausforderungen arbeiten können. Deshalb liegt ein besonderer Schwerpunkt auf praktischen Arbeiten und sowohl Einzel- als auch Gruppenarbeiten. Das bedeutet, dass zum Beispiel Praktika mit theoretischen Kursen sowie Forschungsarbeiten verknüpft werden.

Neben Praktika und Theoriekursen, nahm Jean Pierre in diesem Jahr zudem bereits an mehreren internationalen Fachkongressen teil, wodurch er sich in den Bereichen Notfallmedizin, Rehabilitation nach Operationen, pädiatrischen Anästhesie und Verbrennung fortbilden konnte.

Aktuell arbeitet Jean Pierre an seiner Masterarbeit, die er im Herbst verteidigen wird.
Er schreibt von einem sehr ereignisreichen Semester und zeigt sich sehr zuversichtlich, alles gut meistern zu können. Wir freuen uns, ihn gemeinsam mit Beta Humanitarian Help finanziell unterstützen zu können und drücken ihm alle Daumen für den erfolgreichen Abschluss seines Studiums!

Sporttag in der Belgischen Schule in Bujumbura

Diesen April fand zum zweiten Mal überhaupt der Sporttag in der EBB (École Belge Burundi) statt. Der Sporttag wurde im letzten Jahr ins Leben gerufen und soll für Kinder aus den Zentren Birashoboka in Kajaga und in Kanyosha ein Tag der Unbeschwertheit sein. 30 Kinder und sieben Betreuer*innen waren an der EBB eingeladen, gemeinsam mit den Kindern der Belgischen Schule einen Tag gemeinsam Sport und Spaß zu erleben. Dazu wurden sie gemischt in Mannschaften aufgeteilt, sie wurden in Feldhockey, Klettern und Quidditch eingeführt und sie veranstalteten in der Sporthalle der Schule eine „Weltreise“. Der Tag wurde bei einem Gemeinsamen Imbiss ausklingen gelassen, die Kinder aßen gemeinsam Donuts und Waffeln. Obwohl es zwischendurch regnete, waren die Kinder fröhlich und ließen sich nicht vom Spielen abhalten. Die Kinder aus Kajaga und Kanyosha nahmen Bälle mit zurück in die Zentren, sodass auch die Kinder, die am Tag selber nicht dabei sein konnten, etwas vom Sporttag erleben können.

Das Feedback von den Kindern, Eltern und Betreuer*innen war sehr positiv, voller Dankbarkeit und der Wunsch nach einer baldigen Wiederholung groß – Der Sporttag 2025 war ein voller Erfolg!