Allgemein, Straßenkinderheim

Am 14. Mai kam AC. nach Birashoboka und traf auf ihren kleinen Bruder – die beiden hatten sich seit 2017 nicht mehr gesehen, und der Junge D. hatte keine Erinnerungen an seine große Schwester. Ihre Geschichte ist bewegend:
2017 verstarb die gemeinsame Mutter der beiden, und beide wurden zu Halbwaisen. Sie haben unterschiedliche Väter und es ist nicht klar, wo der Vater des Jungen ist. Aufgefallen ist er nämlich, als er 2021 alleine und verzweifelt auf dem Gelände von Kigaramango (vorgesehen für Menschen, die von den Überschwemmungen in Kajaga-Gatumba betroffen waren) aufgefunden wurde. Es wurde beschlossen, dass der damals 6 Jährige im Centre Birashoboka aufgenommen werden soll. Als er dort ankam, kannte er nur seinen eigenen Vornamen.
Im Herbst 2022 begann er in die Schule zu gehen – heute ist er in der 3. Klasse der EPCM.
Seine Schwester AC. begann Anfang dieses Jahres damit, nach ihm zu suchen und kehrte in das alte Wohnviertel der Familie zurück, wo Nachbar*innen ihr sagten, ihr Bruder D. sei im Centre Birashoboka. Am 14. Mai besuchte sie also Birashoboka und auch wenn D. sich nicht an sie erinnern konnte, freute er sich riesig über den Besuch seiner großen Schwester und schlug direkt vor, am nächsten Wochenende mehr Zeit zusammen zu verbringen.
AC. hilft den Kolleg*innen vor Ort nun dabei, durch mehr Informationen zum familiären Hintergrund eine Familienzusammenführung für D. zu ermöglichen.
Allgemein, Straßenkinderheim

Jean Pierre ist aktuell im 2. Jahr seines Masterstudiums in Anästhesie & Reanimation. Das erste Halbjahr war intensiv: Theorie, Labor, Praktikum und Forschungsarbeit standen auf dem Plan. Er berichtet, dass die Universität Wert darauf legt, dass die Mediziner*innen lösungsorientiert an Herausforderungen arbeiten können. Deshalb liegt ein besonderer Schwerpunkt auf praktischen Arbeiten und sowohl Einzel- als auch Gruppenarbeiten. Das bedeutet, dass zum Beispiel Praktika mit theoretischen Kursen sowie Forschungsarbeiten verknüpft werden.

Neben Praktika und Theoriekursen, nahm Jean Pierre in diesem Jahr zudem bereits an mehreren internationalen Fachkongressen teil, wodurch er sich in den Bereichen Notfallmedizin, Rehabilitation nach Operationen, pädiatrischen Anästhesie und Verbrennung fortbilden konnte.
Aktuell arbeitet Jean Pierre an seiner Masterarbeit, die er im Herbst verteidigen wird.
Er schreibt von einem sehr ereignisreichen Semester und zeigt sich sehr zuversichtlich, alles gut meistern zu können. Wir freuen uns, ihn gemeinsam mit Beta Humanitarian Help finanziell unterstützen zu können und drücken ihm alle Daumen für den erfolgreichen Abschluss seines Studiums!
Allgemein, Straßenkinderheim
Diesen April fand zum zweiten Mal überhaupt der Sporttag in der EBB (École Belge Burundi) statt. Der Sporttag wurde im letzten Jahr ins Leben gerufen und soll für Kinder aus den Zentren Birashoboka in Kajaga und in Kanyosha ein Tag der Unbeschwertheit sein. 30 Kinder und sieben Betreuer*innen waren an der EBB eingeladen, gemeinsam mit den Kindern der Belgischen Schule einen Tag gemeinsam Sport und Spaß zu erleben. Dazu wurden sie gemischt in Mannschaften aufgeteilt, sie wurden in Feldhockey, Klettern und Quidditch eingeführt und sie veranstalteten in der Sporthalle der Schule eine „Weltreise“. Der Tag wurde bei einem Gemeinsamen Imbiss ausklingen gelassen, die Kinder aßen gemeinsam Donuts und Waffeln. Obwohl es zwischendurch regnete, waren die Kinder fröhlich und ließen sich nicht vom Spielen abhalten. Die Kinder aus Kajaga und Kanyosha nahmen Bälle mit zurück in die Zentren, sodass auch die Kinder, die am Tag selber nicht dabei sein konnten, etwas vom Sporttag erleben können.
Das Feedback von den Kindern, Eltern und Betreuer*innen war sehr positiv, voller Dankbarkeit und der Wunsch nach einer baldigen Wiederholung groß – Der Sporttag 2025 war ein voller Erfolg!
Allgemein, Straßenkinderheim

Obède, der im Centre Birashoboka lebt, ist nicht zu bremsen. Der Junge legt eine Kreativität an den Tag, die die Kolleg*innen im Zentrum bislang noch nicht gesehen hatten. Nachdem er bereits Häuser, Hubschrauber und Gitarren als Spielzeug gebaut hatte, wurde er vom Foto-Projekt der BURUNDI KIDS inspiriert – und baute kurzerhand eine Kamera aus Karton samt Stativ. Für alles, was Obède baut, sammelt er ein, was er so findet.
Ein Talent, das gefördert werden sollte!
Allgemein, SFFW, Straßenkinderheim

Franck studiert an der Université du Burundi, Fakultät für Wirtschafts- und Verwaltungswissenschaften. Er ist einer der Stipendiat*innen im Programm, das Burundikids e.V. mit der Stiftung SFFW ins Leben gerufen hat. Die Studierenden erhalten Vollstipendien, was bedeutet, sie müssen sich nicht ihren Lebensunterhalt selbst verdienen, sondern können sich vollständig auf ihr Studium konzentrieren.
Dafür engagieren sie sich ehrenamtlich. Was sie dabei tun, wählen sie selbst: ob Soziales, für die Umwelt oder etwas anderes. Franck hat für sein Engagement das Centre Birashoboka gewählt. Der Grund ist einfach: in dem Zentrum war auch er groß geworden und zur Schule gegangen. Heute möchte er den kleineren Kindern dort helfen, ebenfalls einen erfolgreichen Weg einzuschlagen. „Ich helfe den Jungen beim Hausaufgaben machen, zum Beispiel in Mathematik oder in Französisch und Englisch“, schreibt Franck in einem Brief.
Francks Studienkolleg*innen helfen, die Wege in ihrem Wohnumfeld von Müll sauber zu halten, damit sich kein Wasser während der starken Regenfälle in der Regenzeit anstauen kann, halten den Strand des Tanganyikasees von Plastikmüll sauber, besuchen das Mutter-Kind-Heim für die Kinderbetreuung, helfen älteren Menschen in der Nachbarschaft, unterstützen die Sozialarbeit in Krankenhäusern oder geben Tanz- und Trommelunterricht, um Burundis Kultur zu leben.
Allgemein, Straßenkinderheim
Unser Name ist Programm – denn für Burundikids e.V. ist jeden Tag Tag des Afrikanischen Kindes. Wie schön Kinder ihre Potenziale entfalten können, wenn sie in Sicherheit sind und unterstützt werden, zeigt Obède: Obède ist 14 Jahre alt und Vollwaise, er lebt in unserem Centre Birashoboka. Seine Leidenschaft ist das kreative Basteln. Er baut und bastelt, was ihm in den Sinn kommt:
– eine Gitarre aus einem alten Holzbrett und Schnürsenkeln
– ein mehrstöckiges Haus mit Aufzug und Terrasse
– einen kleinen Helikopter, den er aus Material zusammengebaut hat, das auf der Straße fand
Beim Besuch am 14. Mai 2025 präsentierte Obède zwei neue Erfindungen: ein Mini-Radio und eine Kamera. Er erzählte, wie und warum er sie gebaut hat: „Da wir keine Guthaben mehr hatten, um unsere Lieblingssendungen im Fernsehen zu schauen, beschloss ich, ein Radio zu bauen. Ich hatte ein kleines kaputtes Radio, das wegen defekter Batterien nicht mehr funktionierte. Ich zerlegte es, um die brauchbaren Teile zu verwenden und besser zu verstehen, wie es funktioniert. Außerdem sammelte ich Drähte und ein Ladegerät, um mein Radio mit Strom zu versorgen – und so konnte ich es bauen. Zuerst empfing es nur einen einzigen Sender. Damit wir aber auch Fußballspiele und andere Programme hören konnten, entwickelte ich eine kleine Satellitenschüssel, um mehr Kanäle zu empfangen. Die sieht man draußen auf dem Dach. Jetzt empfängt mein Radio mehrere Sender – besonders wichtig für unsere Fußballübertragungen. Ich habe auch noch ein größeres Radio, das ich mit Batterien oder Strom betreiben kann. Und die Kamera? Ich habe die erste Version gebaut, als ausländische Gäste kamen, um uns beim Trommeln zuzusehen. Dann habe ich sie entsorgt und eine bessere gebaut – die Kamera, die ihr jetzt seht. Sie besteht aus einer Seifenschachtel, zurechtgeschnitten mit einer Rasierklinge. Das Stativ besteht aus Bambusresten.“