AoG zu Besuch

Seit fünf Jahren arbeiten Apotheker ohne Grenzen (AoG) und Burundikids e.V. zusammen. AoG unterstützt seitdem die Ausbildung junger PTA (pharmazeutisch-technische Assistent*innen). Sehr große Hilfe dabei ist die Expertise bei der Beschaffung neuer Chemikalien fürs Schullabor. Später kamen noch die Unterstützung bei der Lehr-Apotheke sowie Medikamente für Nothilfe im Camp Sobel hinzu. Zur Kooperation gehören auch die Workshops, die AoG-Mitarbeitende und Ehrenamtliche einmal pro Jahr an der Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) geben für PTA-Schüler*innen und Lehrende.

Mit Irene Markert und Charlotte Lübow waren im Oktober wieder zwei AoG-Kolleg*innen zu Besuch in Burundi. Im Gepäck hatten sie Ersatzequipment für das PTA-Schullabor.

Zeugnisse an der EPCM

Anfang Juli, bevor es in die Ferien ging, feierten die Schüler*innen der Schule EPCM an den Standorten Kajaga und Gatumba zusammen mit Eltern und Lehrer*innen das Ende des Schuljahres.

Vor der Ausgabe der Zeugnisse präsentierten die Kids, was sie in ihren Schulclubs zu Umwelt, Wissenschaft, Sprachen, Sport uvm gelernt und hergestellt haben.

Anwesend waren auch Vertreter*innen lokaler Unternehmen, die in Verbindung mit der Schule stehen und besonders gute Schulleistungen mit Preisen prämieren.

In den meisten Klassen sind die Besten übrigens Mädchen.

 

Workshop mit AoG

Um den Jugendlichen ihre praktische Ausbildung in pharmazeutisch-technischer Assistenz (PTA) interessanter, abwechslungsreicher und spezialisierter anbieten zu können, arbeitet Burundikids e.V. mit mehreren Partnerorganisationen zusammen. Eine davon ist Apotheker ohne Grenzen (AoG), die die Ausbildung an der Schule Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) seit 2018 mit unterstützen – beispielsweise mit einem Beitrag zu Gehältern der Lehrer*innen, Stipendien oder mit der Lieferung wichtiger Chemikalien für den Unterricht.

Im Rahmen der Zusammenarbeit besuchen einmal pro Jahr Apotheker*innen die EPCM, um dort gemeinsam mit den burundischen Kolleg*innen Workshops für die jungen PTA zu organisieren. Im Februar waren Claudia Krämer und Monika Zimmer von AoG in Bujumbura, wo sie bei EPCM-Laborleiter Emmanuel Ndayikengurukiye im Unterricht mitwirkten. „Bei ihrem Besuch in unserer Schule, speziell in unserem Labor, brachten sie uns weitere Produkte mit. Sie unterstützten mich damit bei der praktischen Arbeit in unserem Labor“, berichtet Ndayikengurukiye.

Trägerin der Schule ist der lokale Partner, Fondation Stamm. Zusammen mit Burundikids e.V. u.a. sowie in Absprache mit den burundischen Bildungsbehörden hatte sie 2008 die PTA-Ausbildung neu in Burundi eingeführt. Vor allem die Firma Boehringer Ingelheim hatte damals maßgeblich zur Ausstattung des Labors beigetragen. Seitdem ist die EPCM die einzige Schule, die in Burundi diese Ausbildung anbieten kann. Selbst Hochschulen pflegen die Kooperation und schicken Studierende für praktische Arbeiten an die EPCM.

 

Aktiv für die Umwelt

Schüler*innen der EPCM Kajaga haben am Ufer des Tanganyikasees Plastik und anderen Müll eingesammelt.

Die Aktion fand zusammen mit der Firma Liquids statt, die Sammelnetze und große Tonnen zur Verfügung stellt. Die alten Plastikflaschen werden von dem Getränkehersteller in Bujumbura wieder abgeholt und recycelt.

Der Kontakt zu der Firma besteht schon einige Zeit. Ihr Werk steht direkt am Tanganyikasee – wenige Kilometer von der Schule entfernt. Zunehmender Plastikmüll und die Verschmutzung des Sees führten zum Bewusstsein, mehr in Recycling zu investieren. Im aktuellen Schuljahr kam es dann auf Initiative von Burundikids e.V. zu Gesprächen und schließlich zur Zusammenarbeit mit dem Umwelt-Club der EPCM.

Die Aktionen sollen künftig regelmäßig stattfinden. Auch über den Umwelt-Club – und die Schule – hinaus.

Apotheke im CMH

Aloys

Das Krankenhaus Centre Médical Hippocrate (CMH) liegt direkt am Tanganyikasee und neben der Schule Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM), einige Kilometer außerhalb der Stadt Bujumbura und wenige Kilometer vor der Landesgrenze zur Demokratischen Republik Kongo. Seit 2010 ist es Anlaufstelle für rund 80.000 Menschen in der Region. Seitdem entwickelte sich das Krankenhaus permanent weiter, mit neuen Abteilungen und weitergehenden Behandlungen.

Jonathan

Neben unterschiedlichen medizinischen Services rund um die Uhr und an sieben Tagen die Woche verfügt das CMH auch über seine hauseigene Apotheke. Die wird geführt u.a. von Jonathan und Aloys. Beide waren in den sozialen Einrichtungen der Fondation Stamm groß geworden, hatten an der EPCM pharmazeutisch-technische Assistenz (PTA) gelernt und dann studiert. Heute verdienen sie ihr eigenes Geld, leben selbständig – und sichern, dass die Apotheke im CMH läuft, wie sie soll.

Schulbus

Mit etwas Glück hatte die Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) zum aktuellen Schuljahr einen eigenen Schulbus bekommen. Der Bus fährt mehrere Touren, um Schüler*innen und auch Lehrer*innen von der Stadt Bujumbura einige Kilometer außerhalb nach Kajaga zu bringen – und nachmittags zurück.

Je nachdem, in welchen Stadtteilen sie wohnen, müssten die Jugendlichen und Kolleg*innen mit öffentlichen Bussen mehrmals umsteigen. Da es in Burundi keine Fahrpläne und festen Fahrzeiten gibt, riskieren sie, stets zu spät zu kommen – mit Konsequenzen, zum Beispiel ein Eintrag im Klassenbuch. Der Transport mit dem eigenen Schulbus ist daher ein enormer Vorteil.

Da es seit über einem Jahr immer wieder zu Benzinkrisen und Treibstoffknappheit in Burundi kommt, hat der Bus nochmal einen höheren Stellenwert. Oft ist es nämlich nicht sicher, vor allem nachmittags, einen Platz in den öffentlichen Bussen zurück in die Stadt zu bekommen. Alternative Transportmittel bzw. Taxis wie Motorräder, TukTuk (motorisierte Dreiräder) oder sogar Fahrradtaxis dürfen nicht mehr in die Innenstadt von Bujumbura fahren.

Leider ist der einzelne Bus bei weitem nicht ausreichend, Mehrere Hundert Kinder und Jugendliche, die die EPCM besuchen, wohnen in der Stadt. Viele Anfragen für ein Abo kann die Schule nicht bedienen. Ihnen bleibt nur, täglich vor der Schule zu warten und auf einen Platz in einem der überfüllten Busse zu hoffen.