Buterere: Kinderbetreuung sehr gefragt

Das Schuljahr 2023-2024 hat in der Kindertagesstätte Duhinduke im Viertel Buterere (Bujumbura) zeitgleich wie in den anderen Schulen in Burundi gut begonnen. Die Einschreibungsphase für die Plätze hatte im August während der Ferien begonnen. Die Plätze waren und sind wie immer sehr begehrt.

Zu Beginn des Schuljahres kamen 274 Mädchen und Jungen in drei Klassen, vor- und nachmittags. Darunter sind auch drei Kids aus dem Mutter-Kind-Zentrum Nyubahiriza im benachbarten Viertel Mutakura. Die zuständigen Kolleg*innen rechnen jedoch mit einem Rückgang der Schüler*innenzahlen im Laufe des Schuljahres aufgrund der hohen Armut im Viertel.

Familien zahlen einen Beitrag von rund einem Euro pro Kind und Monat, um zur Finanzierung der Miete und des Lehrpersonals beizutragen. Die Kinder lernen beim Singen, Basteln, Spielen und sogar Rechnen. Wichtig ist dabei auch, dass sie in Kontakt mit der Französischen Sprache kommen – dann haben sie es nämlich später leichter, wenn sie in die Grundschule kommen.

 

Zu Besuch in Buterere

Zum Ende eines jeden Trimesters gibt’s in Burundi eine Noteninformation, die Aufschluss über bisherige schulische Leistungen im laufenden Jahr gibt – und für die noch verbleibende Zeit Orientierung gibt. Das gilt auch für die Kleinsten im Kindergarten, hier jedoch ohne verbindliche Noten, aber dennoch mit Hinweisen der Betreuerinnen. Die offiziellen Zeugnisse gibt’s jedoch erst zum Ende des Schuljahres.

Im Viertel Buterere, das zu den ärmsten der Stadt Bujumbura zählt, unterstützt Burundikids e.V. den Kindergarten „Duhinduke“. Hier lernen, spielen und singen in drei Klassen ca. 150 Kinder. Die Betreuerinnen des Kindergartens berichten jedoch von rückläufigen Zahlen. Zurückzuführen ist das auf die – wieder – zunehmende Armut der Familien, die immer größere Schwierigkeiten haben, im Alltag zurechtzukommen. Viele können sich selbst die Mieten im Viertel Buterere nicht mehr leisten und ziehen weg in die ländliche Umgebung. Andere wiederum behalten ihre Kinder zu Hause, damit diese helfen, Geld zu verdienen, damit abends etwas auf den Tisch kommen kann.

Die Eltern leisten ebenfalls einen kleinen Beitrag zum Funktionieren der Kindertagesstätte: 3.000 burundische Franc pro Monat. Umgerechnet ca. 1 Euro. Sie helfen, die Betreuerinnen, Miete und mehr zu bezahlen. BURUNDI KIDS finanziert den Fehlbetrag.

Kindergarten in Buterere

Buterere gilt als eines der ärmsten Viertel der Stadt Bujumbura. Es liegt im Norden der Stadt – dort, wo auch die Müllhalden angelegt sind, die immer größer werden. Viele der Familien, die hier leben, haben wenige Perspektiven. Vor allem die Kinder haben kaum eine Chance, wenn sie nicht Zugang zu Bildung bekommen.

Genau hier setzt der Kindergarten Duhinduke an. Ursprünglich 2009 als soziale Anlaufstelle ins Leben gerufen, entwickelte sich aufgrund des großen Bedarfs schnell das Konzept der Kinderbetreuung. Seitdem kümmern sich hier Lehrerinnen und Betreuer*innen um mehrere Hundert Kids pro Schuljahr. Sie lernen singend und spielend Sprachen und Zahlen, damit sie später in der Grundschule eine Chance haben. Viele der Kinder sprechen zu Hause ausschließlich Swahili – für die Grundschule müssen sie jedoch die Landessprache Kirundi beherrschen, besser noch Kenntnisse in Französisch.

Kiosk-Betreiber Désiré

Im aktuellen Schuljahr sind 292 Mädchen und Jungen in Duhinduke eingeschrieben. Die Eltern zahlen einen kleinen Beitrag, um die laufenden Kosten zu unterstützen und die Gehälter der Lehrer*innen zu bezahlen. Den Rest finanziert Burundikids e.V. Die Kids lernen, spielen und toben vor- und nachmittags. Darunter sind auch vier Kinder, die mit ihren Müttern im Centre Nyubahiriza leben, das Mutter-Kind-Heim im benachbarten Stadtviertel. Besonders erfreulich: mindestens genauso viele Mädchen wie Jungen kommen ins Duhinduke.

Bei den Kids beliebt und quasi Mitglied des Betreuungsteams geworden: Kiosk-Betreiber Désiré. Ihn konnte Burundikids e.V. im aktuellen Schuljahr mit einem kleinen Startkapital unterstützen, damit sein Verkaufsstand direkt vor der Kindergarten besser läuft.

Die Kids in Buterere: ab in die Ferien

166 Kids in Buterere können in die Ferien. Im Kindergarten im Viertel in Bujumburas Norden gab es Zeugnisse. Darin enthalten sind kurze Beurteilungen der Betreuerinnen und Infos für die Eltern. Zur Jahresabschlussfeier kamen die Kids mit ihren Müttern, manche auch mit ihren Großeltern.

Buterere ist ein wirtschaftlich sehr schwaches Viertel. Häufig stammen die Kinder aus Familien, die Suaheli sprechen, nicht jedoch die Landessprache Kirundi. Im Kindergarten lernen sie die zusätzliche Sprache und kommen außerdem spielerisch mit der Amtssprache Französisch in Kontakt. Das gibt ihnen später in der Grundschule einen entscheidenden Vorteil.

Ab August beginnt dann der Ansturm auf die freien Plätze. Dann beginnen schon die Einschreibungen fürs neue Schuljahr 2022-2023. Die Plätze sind relativ schnell vergeben. Das Betreuungsangebot in Buterere ist rar und wird von den Eltern gerne in Anspruch genommen – auch wenn sie dazu einen kleinen Obolus entrichten müssen, um zum laufenden Betrieb beizutragen.

Betreut werden die Kids unter der Woche von drei Lehrer*innen. Ihnen zur Seite steht noch ein Wächter – der aber auch gleichzeitig Spaß an der Betreuung hat und mit für die Bespaßung der Kinder im Pausenhof sorgt.