Burundikids e.V.

Archiv des Jahres 2019

Chance für Mädchen und junge Frauen


Foto: Sozialarbeiterin Josiane Nsabumukama mit zwei jungen Frauen, die einen gemeinsamen Haushalt gegründet haben.

Zusammen mit dem lokalen Partner setzt sich Burundi Kids besonders für Mädchen und junge Frauen ein. Eine bis heute wichtige und in ihrer Art fast einzigartige Einrichtung in Burundi ist das Mutter-Kind-Heim „Centre Nyubahiriza“. Das Zentrum bietet Platz für ca. 20 Mädchen und ihre Kinder. Alle Plätze sind in der Regel belegt.

Die Mädchen leben gemeinsam in dem schützenden Umfeld und werden rund um die Uhr betreut, bekommen Mahlzeiten, haben Zugang zu medizinischer Versorgung und die Möglichkeit des Schulbesuchs. Alternativ absolvieren die Mädchen eine handwerkliche Ausbildung im Heim. Derzeit besuchen von den 21 Bewohnerinnen sechs eine Schule. Von den 19 Kleinkindern haben bereits vier das (Vor-)Schulalter erreicht. Sie besuchen entweder die Kindertagesstätte im Nachbarviertel, die ebenfalls von Burundi Kids unterstützt wird, oder eine öffentliche Grundschule in der Nähe des Heims.

Die Mädchen, die nicht zur Schule gehen können, nehmen an der Ausbildung in der Schneiderei teil. Zusammen mit den AusbilderInnen lernen sie, unterschiedliche Produkte für den lokalen Markt herzustellen. Gelegentlich werden auch Produkte für den Versand nach Deutschland produziert. Im Alltag des Heims helfen alle gemeinsam mit: beim Kochen, Waschen, Saubermachen.

Ein wichtiger Moment im Leben der Mädchen und jungen Frauen ist die Reintegration. Sei es, in ein selbständiges Leben mit ihrem Kind oder durch eine Familienzusammenführung. Jeder Lebensweg wird individuell und nur gemeinsam mit den Mädchen entschieden, geplant und umgesetzt. Manche der Mädchen schließen sich auch zu einem gemeinsamen Haushalt zusammen. Die SozialarbeiterInnen prüfen jeweils die Machbarkeit der Vorschläge und begleiten die Mädchen schließlich in ihr neues Umfeld. Auch einige Zeit nach der Reintegration besuchen sie die jungen Frauen in ihren neuen Heimatorten und vergewissern sich von ihrem Wohlbefinden und dem ihrer Kinder.

Container auf dem Weg


Sicherung der Ladung mit Spanngurten

Die Einrichtung und Ausstattung für eine komplette Apotheke, die von ihrer Besitzerin aus Konstanz gespendet wurde, ist zwischenzeitlich vollständig in einen Seecontainer verladen. Seit Oktober ist der Container unterwegs nach Burundi. In einer abschließenden Packaktion haben Dr. Peter Häufel, ehrenamtlicher Helfer bei Burundikids e.V., Thomas Kohl, der zuletzt ehrenamtlich für die Einrichtung der Werkstatt für Industriemechaniker in Burundi war, und Bernd Jouaux, ehrenamtlicher Unterstützer in der Gruppe in Ingelheim (Rheinland-Pfalz), die Ladung gesichert und seetauglich gemacht. Unterstützt wird die Finanzierung des Transports von Engagement Global. Geplant ist, in Burundi eine Lehrapotheke einzurichten in Ergänzung zu der Ausbildung junger PTAs (pharmazeutisch-technische AssistentIn) an der Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM). Zudem soll die Lehrapotheke als sozialer Betrieb fungieren: künftige Einnahmen sollen die Schule mitfinanzieren können.

Chirurgen in Burundi

Viele Monate haben die Gespräche und Vorbereitungen in Anspruch genommen. Die Burundi Kids konnten schließlich einen neuen Partner für die medizinische Versorgung in Burundi gewinnen. Im Oktober war es dann soweit: das Team von Beta Humanitarian Help e.V. reiste nach Burundi, um dort im Krankenhaus Centre Médical Hippocrate (CMH) zehn Tage lang zu operieren. Bereits im Vorfeld hatte Dr. Daniel Sattler aus Bonn zusammen mit den burundischen ÄrztekollegInnen im CMH, Dr. Béatrice Kamikazi und Dr. Léandre Nimbona, die PatientInnensuche und Vorbereitung der Operationspläne mit koordiniert und vorbereitet. Deshalb konnte das sechsköpfige Team aus Deutschland schon wenige Stunden nach Ankunft am Flughafen in Bujumbura im CMH die ersten Patienten sehen und die ersten Operationen besprechen.

„Wir sind gut in Bujumbura gelandet, wurden herzlich im Centre Médical Hippocrate empfangen und freuen uns auf die nächsten Tage im OP. Es gibt unfassbar große Tumoren, Verbrennungskontrakturen und Fehlbildungen“ meldete sich das Team auf Facebook in die Heimat. Mit dabei waren die beiden plastischen Chirurgen Dr. Daniel Sattler und Dr. Armin Kraus, OP-Assistenz Sigrid Martens, Assistentin Maria von Kohout sowie Doreen Sattler (Vorsitzende des Vereins und zuständig für die Organisation) und Michael Junges, zuständig für Kamera und Fotodokumentation.

Diplomfeier an der ETO in Gitega

131 Mädchen und Jungen haben aktuell an der Ecole Technique Omnis (ETO) ihren Schulabschluss feiern können. Die Schule in Gitega, in der Mitte Burundis, bietet Ausbildungen in den Bereichen Veterinärwesen, Elektromechanik, Telekommunikation und Informatik/Maintenance an, die jeweils mit dem Fachabitur abgeschlossen werden können. Mit ihrem Zeugnis sind die Jugendlichen für den praktischen Arbeitsmarkt qualifiziert. Ihnen steht damit aber auch der Weg zum weiterführenden Studium an einer Hochschule offen.

Die Feier wurde durch den Schülerchor und einem Gottesdienst eingeläutet, gefolgt von Lobes- und Dankesreden der Schuldirektion, der SchülerInnenvertretung, Elternvertretung und der Schulbehörde. Zur Feier des Tages waren viele Eltern und Geschwister angereist. Verena Stamm, Leiterin des lokalen Partners Fondation Stamm und Trägerin der Schule ETO, nutzte die Gelegenheit, um auch dem LehrerInnenkollegium für die ausgezeichnete Lehre zu danken. Seit ihrer Eröffnung 2013 genießt die ETO einen ausgezeichneten Ruf auch weit über die Stadtgrenzen Gitegas hinaus.

Unter den AbsolventInnen sind auch fünf Jugendliche, die in den sozialen Einrichtungen oder in ihren Familien von Burundi Kids unterstützt werden. Vier von ihnen leben im betreuten Wohnen unweit der ETO. Alle fünf haben mit sehr guten Noten die Schulkarriere beenden können, einer von ihnen sogar als Bester der gesamten Schule.

Von der Uni in die Schule

Die Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) ist bis heute die einzige Schule in ganz Burundi, die in PTA (pharmazeutisch-technischer Assistenz) ausbildet. Sie verfügt dementsprechend nicht nur über gut qualifizierte LehrerInnen, sondern auch über eines der am besten ausgestatteten Labors im ganzen Land. AbsolventInnen der PTA gelten deshalb als gut ausgebildet und finden in der Regel schnell eine Arbeit in Apotheken, Kliniken und anderen Institutionen. Oder sie gehen auf die Uni.

Damit die Qualität der Lehre sich auch in der Hochschulbildung fortsetzen kann, besteht eine Kooperation zwischen der EPCM und dem Institut National de la Santé Publique (INSP). Regelmäßig kommen Studierende der Bachelorjahrgänge des INSP an die Schule nach Kajaga, um dort an einer praktischen Fortbildung im Labor teilzunehmen. Auch aktuell sind 20 Studierende für einige Wochen an der EPCM, wo sie ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen können.

Für einige der Studierenden, die zur Fortbildung zurück in die Schule kommen, ist es ein Wiedersehen. Sie sind ehemalige AbsolventInnen der EPCM.

Ein Gespräch mit Pascal Habonimana

„Pascal war einer der ersten Jugendlichen, die ich in Burundi kennengelernt habe“, erinnert sich Burundikids-Mitarbeiter Philipp Ziser an seine Ankunft in Burundi, als er 2006 mit seinem Engagement begann. Damals war Pascal noch im Heim für Straßenkinder und ehemalige Kindersoldaten. 13 Jahre später sitzt er ihm wieder gegenüber – als Kollege. Pascal Habonimana brütet gerade über dem Konzept für eine Radiosendung, die über häusliche Gewalt aufklären soll. Er arbeitet mittlerweile als Sozialarbeiter für die Fondation Stamm, den lokalen Partner von Burundikids e.V. in Burundi. Der Weg dahin war für Pascal nicht immer einfach, wie für viele in seinem Alter, denen der Krieg die Kindheit raubte. Bei einem erneuten Besuch in Burundi konnte sich Philipp in einer ruhigen Minute mit Pascal unterhalten.→Weiterlesen

Zum Praktikum in die Werkstatt

17 SchülerInnen der Klasse Elektromechanik der Schule Ecole Technique Omnis (ETO) absolvierten einen Monat lang ein Praktikum. Die ETO liegt in der neuen Hauptstadt Gitega, in Burundis Landesmitte. Fürs Pfichtpraktikum kamen die SchülerInnen nach Bujumbura – nach wie vor das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Die vom Lehrplan vorgesehenen praktischen Arbeiten verrichteten sie in der Werkstatt CPEI (Centre de Perfectionnement en Electromécanique Industriel), die 2018 erst neu eingerichtet worden war. Beide Einrichtungen, ETO und CPEI, werden von der lokalen Organisation Fondation Stamm geleitet und von Burundikids e.V. finanziert.

Werkstattleiter Justin Ndikumana und seine Kollegin Evelyne Ndayishimiye haben für das Schülerpraktikum eigens einen einmonatigen Lehrgang entwickelt und das entsprechend umfangreiche Programm zusammengestellt. Rückendeckung bekamen sie dabei auf Distanz von ihrem deutschen Kollegen in Ingelheim (Rheinland-Pfalz), der für ihre Fortbildung in Deutschland verantwortlich gewesen war. Zwar verfügt die ETO in Gitega selbst über eine Werkstatt für praktische Arbeiten im Rahmen des Unterrichts. Doch in der CPEI-Werkstatt stehen weitaus mehr, größere und komplexere Maschinen, weshalb diese Einrichtung als eine der am besten ausgestatteten Werkstätten Burundis gilt. Die CPEI wurde implementiert, um ausgebildeten Elektromechanikern, Mechanikern etc. eine einjährige Fortbildung zum Industriemechaniker zu ermöglichen. Ein Probelauf mit einer kleinen Gruppe Auszubildenden fand bereits statt. Noch in diesem Jahr soll der offizielle Zyklus aufgenommen werden.

Stärkung landwirtschaftlicher ProduzentInnen

Seit Mitte 2017 unterstützt Burundikids e.V. mit dem lokalen Partner, Fondation Stamm, intensiv Kleinbauern im Norden und Nordosten Burundis. Die Gründung und Ausbildung landwirtschaftlicher Produzentengemeinschaften basiert auf der bisherigen Zusammenarbeit seit 2006 mit Kleinbauern der Region. Die größeren Kooperativen mit mehr Mitgliedern werden gebildet aus kleineren Zusammenschlüssen von Kleinbauernfamilien, die zuvor bereits eine Spargemeinschaft zur Selbsthilfe gegründet hatten. In diesen Spargruppen leistet jedes Mitglied einen kleinen Beitrag in die Gemeinschaftskasse, aus der wiederum die Mitglieder Kleinstkredite erhalten können. Die Gründung von Kooperativen soll den Kleinbauern einen größeren wirtschaftlichen Handlungsspielraum ermöglichen, durch den sich wiederum die Lebensbedingungen der Familien verbessern. Beispielsweise werden durch den Zugang zu qualitativ gutem Saatgut die Ernten gesteigert. Durch das höhere Haushaltseinkommen verbessert sich die Ernährungssituation und Kinder können zur Schule geschickt werden. →Weiterlesen

2008

Die Wolfgang R. Fikentscher – Kinderhilfestiftung plant den Bau eines Ausbildungszentrums in Gitega. Aber das war nicht alles...

2016

Neuer Gebäuderiegel für die EPCM, Albinismus in Burundi, WDR Kinderrechtepreis 2016, Unwetter, Preisverleihung, zu Besuch in Burundi...

Archivbilder 2016 burundikids e.V.

2015

Fester Mitarbeiter für burundikids, Besuch aus Baden Württemberg, Unwetter in Burundi, Trauer um Sébastien Hicuburundi, erste Zusammenarbeit mit CLEFT, politische Unruhen, Container auf dem Weg, Kölner Kinderärztin in Burundi, neuer Schulbau...

Archivbilder 2015 burundikids e.V.

2014

Flutkatastrophe in Burundi, Strom vom Dach, Besuch aus Baden Württemberg und der Schweiz, Sascha Korf für burundikids, EPCM ist eine der besten Schulen, Theaterworkshop in Kajaga...

Archivbilder 2014 burundikids e.V.

2013

Bücher über burundikids, IT-Fortbildung, Hotelfach aus Baden in Burundi, Umzug des Albino-Heims, AZG wird zur Technikerschule, Gründungsmitglieder Hanna und Harald beim Spatenstich für die Pädiatrie in Burundi...

Archivbilder 2013 burundikids e.V.

2012

Neues Projekt: Schutz für Kinder mit Albinismus, Schreiner Emmanuel zur Weiterbildung in Deutschland, Vereinspatin Bettina Böttinger macht eine Reportage über Burundi, die Gynäkologie ist eröffnet...

Archivbilder 2012 burundikids e.V.

2011

Brillen für burundikids, Verein Helfen Direkt e.V. aus Stuttgart unterstützt das Centre Médical Hippocrate, Jakobus-Theater Karlsruhe für burundikids, Moderator Matthias Opdenhövel spendet für burundikids, Journalistenpreis für unseren Mitarbeiter Philipp Ziser...

Archivbilder 2011 burundikids e.V.

2010

burundikids schweiz als neuer Partner von burundikids, Trauer um Rose, Moderator Matthias Opdenhövel unterstützt burundikids, Centre Medical Hippocrate eingeweiht, Eine-Welt-Preis für die Arbeitsgruppe Karlsruhe, burundikids e.V. bekommt Medienpreis...

Archivbilder 2010 burundikids e.V.

2009

Delegation aus Baden-Württemberg besucht die Projekte, ein Film über die burundikids, ein Auto für die burundikids, Besuch der Herzogin von Luxemburg, Brillen für Burundi...

Archivbilder 2009 burundikids e.V.

2007

Zweiter Bauabschnitt des Schulzentrums. Auszeichnungen für burundikids-Unterstützerinnen Bettina Böttinger und Ulrike Folkerts. Ein Jahr Freiwilligendienst geht zu Ende und drei neue Jugendliche gehen nach Bujumbura.

2003 bis 2006

Von der Gründung im Jahr 2003 bis zu den ersten Freiwilligen, die 2006 nach Burundi flogen.