burundikids e.V.
Ein Albino in Kayanza

Ein Besuch bei den Kids in Kayanza

Im Kinderheim in Kayanza leben derzeit 14 Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die Hälfte davon sind Mädchen. Das Besondere in diesem Heim: ungefähr die Hälfte seiner BewohnerInnen leiden unter Albinismus und sind deshalb auf besonderen Schutz angewiesen – und zwar in zweierlei Hinsicht. Zum einen ist ihre Haut wesentlich empfindlicher gegen Sonnenstrahlen. Die Kids müssen deshalb besonders darauf achten, ihre Haut zu bedecken, ihre Augen zu schützen und gute Hautcremes zu verwenden.

Zum anderen leben sie tatsächlich lebensgefährlich. Aufgrund von Aberglauben werden Menschen mit Albinismus immer wieder in der Region regelrecht gejagt. Ihre Körperteile würden für obskure Rituale, die ihren Ursprung nicht in Burundi haben, verwendet, die bessere Ernten, ein längeres Leben oder Glück versprächen. Grund, die Kids per Polizei beschützen zu lassen. Das trifft übrigens auch fürs Personal zu, das bereits in der Vergangenheit Drohungen erhalten hatte, sich davon jedoch nicht abhalten lässt.

Im Heim sind die Kids sicher und werden mit allem Notwendigen versorgt. Teilweise kommen die Eltern sie dort regelmäßig besuchen. Meistens sind es jedoch nur die Mütter, die von den Vätern verlassen wurden aufgrund der Geburt des „weißen“ Kindes. Alle Mädchen und Jungen gehen zur Schule und haben fast ausnahmslos exzellente Noten. Ein etwas älterer Junge wird mit Schulgeld unterstützt. Zwar hat auch er weiße Haut. Aber er ist schon etwas älter und deshalb auch sicherer – weil er sich bereits verteidigen kann.

Trotzdem ist noch viel Aufklärungsarbeit notwendig. Sowohl bei Eltern – vor allem Vätern – mit Kindern mit Albinismus. Als auch bei FreundInnen, NachbarInnen und in der Dorfgemeinschaft. Nur dann ist das Umfeld für die Kinder (wieder) sicher.