03/2021: Berufsfortbildung im CPEI

Der Centre de perfectionnement en électromécanique industrielle (CPEI) ist eine Lehrwerkstatt zur Fortbildung von Industriemechaniker*innen in Bujumbura. Aktuell sind 27 Jugendliche mit entsprechenden Vorkenntnissen und Qualifikationen dort eingeschrieben. Nach der 18-monatigen Fortbildung werden sie ein entsprechendes Diplom für die Fortbildung erhalten.

Die Werkstatt wurde 2021 offiziell durch das burundische Bildungsministerium akkreditiert. Unter den Azubis ist auch ein ehemaliger Absolvent aus den eigenen Reihen: in der Hauptstadt Gitega unterstützt Burundikids e.V. die Technikerschule Ecole Technique Omnis, die nach der 12. Klasse mit dem Fachabitur abgeschlossen werden kann. Damit sind die Jugendlichen entweder für den Arbeitsmarkt qualifiziert oder für ein Studium bzw. eine Weiterbildung auf demselben Fachgebiet.

Noch einziges Manko, das zeigt, dass Frauen mehr für dieses Berufsbild sensibilisiert werden müssen: unter den Auszubildenden ist nur eine junge Frau. Wesentlich besser ist das Verhältnis beim Personal des CPEI: zwei von vier Ausbilder*innen sind Ingenieurinnen.

02/2021: Medikamente für Gatumba

Arztvisite im CMH bei unterernährten Kindern

Nicht nur die Corona-Pandemie beschäftigte Burundi in 2020. Fast das gesamte Jahr war überschattet von Überschwemmungen und ihren fatalen Folgen. Zwischenzeitlich waren rund 50.000 Menschen vor allem in der Region Gatumba, nordwestlich der Stadt Bujumbura, direkt am Tanganyikasee, direkt davon betroffen und in provisorischen Lagern von humanitärer Hilfe abhängig. Burundikids e.V. konnte zusammen mit einigen Partnern und der Fondation Stamm vor Ort konkret und direkt Hilfe leisten. Mehrere tausend Familien erhielten Hilfsgüter, medizinische Behandlung, Material für einen Neuanfang und Hilfe für den Wiederaufbau von Wohnraum.

Mit ins Boot kam auch der Partner action medeor e.V. Zu Jahresbeginn 2021 lieferte das internationale Medikamentenhilfswerk in Kooperation mit BURUNDI KIDS mehrere Pakete dringend benötigter Medikamente und speziell angereicherter Babynahrung für unterernährte Kinder. Das medizinische Personal der Fondation Stamm in Burundi kümmert sich um die entsprechende Versorgung und Verteilung. Viele der Kinder und ihre Familien, die schwerwiegende Symptome aufweisen, werden im Krankenhaus Centre Médical Hippocrate (CMH) behandelt, welches von unserem Partner burundikids Schweiz unterstützt wird.

01/2021: Für die Familien in Gatumba

Für die Familien in Gatumba
Seit Jahresbeginn 2020 war es zu mehreren Überschwemmungen und Erdrutschen in Burundi gekommen. Besonders betroffen: die Region zwischen Bujumbura und der Grenze zum Nachbarstaat Kongo im Westen. Bis zu 50.000 Menschen waren zwischenzeitlich vom Hochwasser betroffen, darunter viele Familien mit Kindern und Babys. Tausende harren bis heute noch in Lagern in Zeltplanen aus – ohne Hab und Gut, angewiesen auf Hilfslieferungen und quasi schutzlos Cholera und Covid-19 ausgeliefert..

Der lokale Partner, Fondation Stamm, ist in der Region seit vielen Jahren verankert: dort befinden sich die Schule Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM), deren Vorschule und das Krankenhaus Centre Médical Hippocrate (CMH). Zwar waren die Einrichtungen selbst nicht von den Katastrophen betroffen, jedoch zahlreiche Familien im Umfeld und deren Kinder die EPCM besuchen sowie Kolleg*innen, die in den Einrichtungen arbeiten.

Dank privater Spenden konnten wir den Menschen in den Lagern schnell nach den Katastrophen Hilfe anbieten, in erster Linie mit Hilfsgütern, aber auch mit medizinischer Versorgung für Kinder und ältere Menschen. Die Erstversorgung findet in den Lagern statt, weitere Behandlungen im Labor und auch eine stationäre Aufnahme sind kostenlos im CMH möglich. Auch psychosoziale Begleitung ist ein wichtiger Faktor, vor allem für Kinder.

Zusammen mit dem Land Baden-Württemberg, Burundis offizielles Partnerland, und der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg sowie dem Partner ALTERNAID kann die Unterstützung für die Familien in den Lagern deutlich ausgeweitet werden. Neben medizinischer Versorgung für die ganze Familie – zwei Ärzte und eine Krankenschwester arbeiten täglich in den Lagern – und Unterstützung mit Schulmaterial für die Kinder und Jugendlichen sieht das Programm auch Hilfe mit verschiedenen Gütern des täglichen Bedarfs vor – allen voran für Schwangere und Familien mit Neugeborenen. Außerdem werden Unterkünfte wieder instand gesetzt, sodass die Familien aus den Lagern und zurück in ihre Häuser ziehen können. Wichtig ist dabei auch die Prävention künftiger Überschwemmungen. Mit Anschubfinanzierungen und Saatgut können die Familien zurück in einen neuen Alltag finden – ohne Abhängigkeit und mit neuer Perspektive.

Begleitend zu allen Maßnahmen sprechen die Kolleg*innen über Corona und Covid-19 und tragen so zu einer stärkeren Sensibilisierung bei. Vorrichtungen wie Honyorukarabe für das kontaktlose Händewaschen sind dabei ein weiterer Vorteil, besonders in Regionen, wo sauberes Wasser keine Selbstverständlichkeit ist.

Reisebericht – 07/2020 Beate und Karl Bertrams

Beate Bertrams mit Ange Ntungane und Nadège Horimbere

Endlich live!

Seit mehr als vierzehn Jahren waren uns Burundi und BURUNDI KIDS durch viele Begegnungen und Veranstaltungen vertraut. Begonnen hatte alles im Jahr 2005, als Burundikids e.V. die erste Schulpartnerschaft einging – mit der Hauptschule Kall, an der Gabi Hahn, heute 2. Vorsitzende des Vereins, und ich tätig waren.

Im Laufe des Jahres 2019 konkretisierten sich unsere Pläne, Vereinsgründerin Martina Wziontek und Vorstandsmitglied Harald Ernst auf einer Projektreise zu begleiten. Wir waren zuerst leicht unsicher, aber dennoch voller Vorfreude. Im Gepäck hatten wir Schulmaterialien, Wörterbücher und USB-Sticks sowie etliche Aufträge wie die Begutachtung der Photovoltaikanlage und diverse Besorgungen im Auftrag der BURUNDI KIDS Arbeitsgruppe Karlsruhe.

Nach neun angenehmen Flugstunden betraten wir zum ersten Mal afrikanischen Boden. In den folgenden Tagen tauchten wir tief ein in eine „andere“ Welt: wir besuchten gemeinsam mit Verena Stamm das Büro der Fondation Stamm (FS), die Schule EPCM, die Vorschule in Gatumba, das Krankenhaus CMH, das Mutter-Kind-Heim, das Straßenkinderheim. Auf der Fahrt zur Schule ETO in Gitega und der ETEE in Ngozi lernten wir auch die unglaublich schöne, grüne und bergige Landschaft im Landesinneren kennen.


Karl Bertrams mit Schuldirektor Néhémie Nduwimana

An jeder Station erlebten wir sehr gut funktionierende Strukturen. Besonders beeindruckt sind wir von der Vielzahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze, die die FS und BURUNDI KIDS geschaffen haben. Worte können unsere Eindrücke und Empfindungen kaum zum Ausdruck bringen. Wir waren einfach nur überwältigt von: der Freundlichkeit und Herzlichkeit der Burunder*innen, der extremen Armut, die ganz besonders auf dem Land sicht- und erlebbar wurde, dem Leben und Treiben in Bujumbura, den Einkäufen auf dem Markt, z.B. vom Kauf der Stoffe für die Bewohnerinnen des Mutter-Kind-Heims, den unglaublich vielfältigen Hilfsprojekten, die Verena Stamm und ihr Team initiiert haben und mithilfe von BURUNDI KIDS betreiben können, den persönlichen Begegnungen mit Lehrer*innen, Schüler*innen und Menschen „auf der Straße“.

Unvergesslich werden auch der Ausflug entlang des Tanganjikasees nach Rumonge, einer Stadt im Süden des Landes, sowie der Auftritt der Trommler und das sich anschließende burundische Essen im Straßenkinderheim bleiben.

Wir sind außerordentlich dankbar, diese Erfahrungen haben machen zu können.

Beate und Karl Bertrams