
In der DR Kongo und in Uganda sind neue Ebola-Ausbrüche aufgetreten. Die Epidemieherde liegen weniger als 400 Kilometer von Burundi entfernt und die Gesundheitsbehörden befürchten eine Einschleppung nach Burundi. Burundis Regierung hat daraufhin die höchste Alarmbereitschaft ausgerufen.Auch unser medizinisches Team in Gateri trifft Vorbereitungen: Die Kolleg*innen informieren die Bevölkerung vor Ort über Symptome wie Fieber, starke Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall. Sie erklären auch, wie Übertragung funktioniert und wie man sich schützt. Besonders Hygienemaßnahmen werden gestärkt und bei der Bevölkerung betont. Eine Hotline zur Meldung von Verdachtsfällen ist bereits eingerichtet.
Im Mai haben unsere Kolleg*innen im Notlager Gateri täglich medizinische Sprechstunden durchgeführt und insgesamt 305 Menschen behandelt, 113 davon waren Kinder unter fünf Jahren. Die häufigsten Diagnosen: Malaria, Darmparasiten, Hautinfektionen, urogenitale Infektionen. Das sind Erkrankungen, die eng mit den Lebensbedingungen vor Ort zusammenhängen: unterbrochene Trinkwasserversorgung, marode Sanitäranlagen und Regenzeit.Neben der Behandlung von Krankheiten ist auch Prävention ein großes Anliegen der Arbeit vor Ort: Aufklärungskampagnen zu Hygiene, Ernährung und Durchfallerkrankungen, vor allem für Familien mit kleinen Kindern.
Geschlechtsspezifische Gewalt bleibt weiterhin ein Thema, das unsere Aufmerksamkeit fordert. Auch im Notlager in Gateri gibt es daher extra eine Anlaufstelle für Betroffene, bei der sie Schutz und Hilfe, sowie psychologische Betreuung finden können.
Im Mai wurden 14 Fälle von geschlechtsspezifischer Gewalt bei unseren Kolleg*innen vor Ort bekannt. Die betroffenen Mädchen und Frauen leiden unter körperlicher Gewalt, sexuellen Übergriffen, psychischer Gewalt oder wirtschaftlicher Kontrolle (z.B. durch den Entzug von Lebensgrundlagen), die in den meisten Fällen von Familienmitgliedern oder Partnern ausgeübt wird. Das Team bietet neben der psychologischen Betreuung auch Mediationsbesuche und Sensibilisierungsmaßnahmen an. Auch die konkrete Einbindung von Männern, in Form von Gruppengesprächen zur Sensibilisierung zu geschlechtsspezifischer Gewalt, findet statt.
Wiederverwendbare Binden sind eine sinnvolle Lösung, besonders für Frauen und Mädchen deren Einkommenssituation instabil ist. Voraussetzung für die Nutzung ist natürlich: Sie müssen gewaschen und getrocknet werden können. Im Flüchtlinsglager Gateri war das im Mai kaum möglich. Die Regenzeit hielt länger an als geplant, die Regen waren stärker als sonst, Möglichkeiten zum vollständigen Trocknen der Binden fehlten. Dadurch stieg die Gefahr von Infektionen. Als direkte Reaktion auf den gestiegenen Bedarf haben unsere Kolleg*innen vor Ort weitere Binden verteilt. Gleichzeitig liefen Informationsveranstaltungen zu Intimhygiene und Wassernutzung, koordiniert mit dem zuständigen Gesundheitsbezirk.
Das Projekt wird Dank der Unterstützung von Apotheker ohne Grenzen und action medeor finanziert.
Im Juni 2026 verzeichnete unsere Gesundheitsstation in Gateri 340 Konsultationen und bleibt damit die einzige funktionierende Anlaufstelle für die Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung. Kinder unter 18 Jahren machten mit 123 Konsultationen gut ein Drittel aller Patient*innen aus (36,2 %). Für viele Familien in Gateri ist diese Station die einzige medizinische Versorgung, die erreichbar ist.
Im Juni waren auch die Temperaturen von über 30 °C schwierig für das Team und die Station selbst: Die Hitze im Container war nicht nur unangenehm für Personal und Patient*innen, sondern gefährdete auch die Lagerung temperaturempfindlicher Medikamente. Die Lösung kam durch ein neues isolierendes Strohdach über dem Container. Einfach, günstig und wirksam, die Innentemperatur sank spürbar, die Medikamente sind wieder sicher gelagert.




