Am 14. Januar 2026 flog ich für knapp vier Wochen zu einem ehrenamtlichen Schuleinsatz nach Bujumbura in Burundi. Entsendet wurde ich vom Senior Expert Service in Kooperation mit Burundikids e.V..
Meine Mission war es, an der Ecole Polyvalente Carolus Magnus (EPCM) schülerzentrierte Unterrichtsmethoden im Unterricht zu erproben und den Sprachlehrenden zu zeigen. Die EPCM liegt direkt am Tanganyikasee und war von Burundikids e.V. mit gebaut worden. Der Verein unterstützt den Schulbetrieb bis heute maßgeblich.


Für meine Wege zur Schule, die in einem Nachbarort von Bujumbura nahe der kongolesischen Grenze liegt, war Schulleiter Floribert zuständig. Auch holte er mich mit Nadège, einer Mitarbeiterin der Fondation Stamm, vom Flughafen ab. Zufällig begegneten wir am Flughafen Verena Stamm und es gab spontan das Angebot, sie zwei Tage später auf einer Fahrt in den Norden zu einer der von ihrer Stiftung gegründeten Schulen zu begleiten.
Die Fahrt mit Verena und ihrem Fahrer zur Ecole Technique de l’Education Environnementale (ETEE) in der Provinz Ngozi dauerte etwa 3,5 Stunden und ich war sehr glücklich, so einen ersten Eindruck von der Landschaft und den Bewohnern Burundis zu bekommen. Zunächst ging es auf etwa 2000m Höhe und später weiter durch fruchtbares Hügelland mit Wäldern, Äckern, Bananen-, Mais- und Kaffeeplantagen sowie Reisfeldern in den Ebenen. Überall ist die Landschaft geprägt von dem warmen, roten Farbton der Erde und dem tropisch feuchten Klima mit fast täglichem Regen. Das Land ist dicht besiedelt und armutsbedingt ist die Landbevölkerung zu Fuß unterwegs. So gibt es fast überall am Rand der Landstraße Menschen, die mit ihren Kindern zu den Feldern laufen oder mit Waren, transportiert auf dem Kopf, von dort zurückkehren. Besonders beeindruckend fand ich die Eukalyptusbäume in höheren Lagen, wo kein Ackerbau mehr möglich ist.


An der Schule fand eine feierliche Zeremonie zur Vergabe der Abschlussdiplome durch Verena statt. Dazu kamen die Schulabgänger mit ihren Eltern in wunderschönen farbigen und zum Teil traditionellen Gewändern, lokale Regierungsvertreter und die Schulleitung sowie Unterrichtende. Je eine Jungen- und eine Mädchengruppe zeigten moderne Tanzdarbietungen.


An den Schultagen wurde ich von Schulleiter Floribert im Auto zur Schule gebracht. Es waren etwa 20 Minuten Fahrt, die mir Gelegenheit boten, viel über das Leben in Burundi und über seinen Alltag zu erfahren. Floribert ist ein ruhiger, freundlicher und empathischer Mensch. Bei der Realisierung meiner Unterrichtsvorhaben stand er mir hilfsbereit und geduldig zur Seite.
Zur Vorbereitung meiner Aktivitäten an der EPCM schaute ich mir die Bücherei an, hospitierte in mehreren Französisch- und Englischstunden der Sekundarstufe 1 und 2 und sprach mit Französisch- und Englischlehrenden.
Wenn ich zum Hospitieren in eine Klasse ging, stellte ich mich zunächst vor. Dabei verhielten sich die Schüler*innen mir gegenüber recht zurückhaltend und stellten kaum Fragen. Auch im Unterricht bei ihren Lehrer*innen sind sie zurückhaltend, sprechen leise. Dennoch arbeiten alle Schüler*innen konzentriert und interessiert mit. Nach einem besonderen Beitrag im Unterricht applaudiert die ganze Klasse. Ein anderer Umgangston und eine andere Disziplin als bei uns.
Ich habe in einer 8. Klasse eine Unterrichtseinheit zu schülerzentrierten Methoden zur Textlektüre durchgeführt. In einer 11. Klasse ging es im Anschluss an das Hören eines Liedes um die Frage, inwiefern Stereotypen das Verhalten von Mädchen bzw. Frauen beeinflussen und um weibliche Vorbilder. Als es darum ging, dass die Schüler*innen ihre Texte zu der Thematik vorlesen sollten, gab es kaum Beteiligung und ich dachte, dass kaum Texte geschrieben worden wären. Beim Einsammeln erhielt ich dann aber zu meiner Überraschung sehr viele Arbeiten. Das Thema interessierte die Schüler*innen und sie wussten, dass in Berlin der Grundkurs eines Gymnasiums dieselben Aufgaben bekam und wir die Texte austauschen würden. Am Ende gab mir die Klasse spontan einen Brief an die Berliner Schüler*innen mit.


Auch die Lehrer*innen verhielten sich in der von mir durchgeführten Fortbildungsveranstaltung eher zurückhaltend. Doch das Interesse an meinen Materialien bzw. Quellen ist groß. Der Kontakt zwischen den beiden Schulklassen läuft bereits weiter und mit den Lehrer*innen möchte ich ebenfalls die Kommunikation fortsetzen, um den von mehreren Seiten gewünschten nächsten Einsatz vorzubereiten.
Während meines Aufenthaltes in Burundi habe ich viele freundliche, hilfsbereite und fröhliche Menschen kennengelernt und ich bewundere sehr, wie sie mit ihren teils schwierigen Lebensbedingungen umgehen. Burundi hat mich tief bewegt.

Übergabe von Buchgeschenken an den Schulleiter, Dr. Floribert Dundaguza




