burundikids e.V.

Paul und Maria haben einen Blog

Paul und seine Frau Maria haben einen eigenen Blog, in dem sie ├╝ber ihre Reisen quer durch Afrika berichten.

Die Reiseroute von Paul und Maria mit ihrem Wohnmobil "Monty" durch Europa und Afrika von Februar 2011 bis Januar 2012

Einen spannenden Bericht (englisch) über Pauls und Marias Reise mit ihrem Wohnmobil "Monty" durch Europa und Afrika von Februar 2011 bis Januar 2012 gibt es hier als PDF. (Erschienen in Caravan & Outdoor Life, April 2012)

Spinnst du mit? Paul Eberhard sucht 999 Spinner für die burundikids

Spinnst du mit? Paul Eberhard sucht 999 Spinner für die burundikids

... Viele, die von meiner Fahrt nach Burundi hören, gratulieren mir und zollen Respekt. Bin ich deswegen ein Held? Ich spinne gerne – und zwar, weil ich mit einer Bauch- und Herzentscheidung mehr erreichen kann. Wieso soll ich erst seitenlange Bettelbriefe verfassen, Hochglanzprospekte verteilen, wenn ich in dieser Zeit schon viel Sinnvolleres tun kann? Ich spinne, weil ich handle, anstatt viel zu reden. Und dadurch spinne ich – ein Netzwerk für diese Kinder.

`Papa, du spinnst´, sagte mein 22-jähriger Sohn in einem Telefonat aus der Schweiz. `Aber ich bin stolz, so einen Vater zu haben´.

Ich glaube, ich spinne – dass es Menschen hier so dreckig gehen kann und keiner Notiz davon nimmt. Ich fahre spontan Kinder ins Krankenhaus, biete meine Hilfe an, wo ich kann.

`Ich glaube, du spinnst´ sage ich wütend zu dem Vermieter des Waisenheims, in dem über 60 Jungen und Mädchen leben, der gerade einen Brief bringt, in dem er die Miete um 50 Prozent erhöht. `Du spinnst, dich selbst zu bereichern, wenn es um Kinder geht.´

Ich erfahre von dem Projekt der Fondation Stamm, ein Schul-, Versorgungs- und Ausbildungszentrum zu bauen. Und ich überzeugte mich selbst: Ein Teil des Projekts steht bereits. In den ersten Klassenräumen werden 250 Kinder aus einer armen Umgebung unterrichtet. Auf einem eigenen Grundstück, in einem eigenen Gebäude. Keine Miete, keine Bereicherung von Fremden. Das Fundament für den zweiten Bau steht bereits. Für ein Internat mit 150 Plätzen, einer medizinischen Station und einem Labor – das die medizinische Station mit Medikamenten versorgen und dem praktischen Schulunterricht zur Verfügung stehen wird sowie der Ausbildung zum PTA (Pharmazeutisch-technischen Assistenten) dienen wird. Letztlich fehlt noch der Zwischentrakt mit Bibliothek, Computerraum und Sälen zur kulturellen Nutzung.

Ein tolles Projekt, das Zukunft hat. Weil es die Kinder erreicht, sinnvoll, zukunftsorientiert. Und weil es unabhängig ist von der Gier anderer Leute, die sich eine goldene Nase verdienen wollen – mit Mieterhöhungen. Denn nicht nur die Waisen aus dem Heim werden dort Platz finden. Auch die über 100 Straßenkinder im zweiten Heim der Fondation Stamm. Die eingesparten Mieten und anderen Ausgaben können somit sinnvoller und direkter für die Kinder eingesetzt werden. Ein tolles Projekt auch, da die Kinder und deren Familien von Anfang an einen Beitrag leisten müssen, nämlich ein (geringes) Schulgeld. Damit fängt die Erziehung – und vor allem die richtige Hilfe – an.

Dieses Projekt muss so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Ich spende deshalb 500 Euro. Sofort und spontan. Weil ich spinne, mögen wieder viele sagen. Ich bin kein Millionär. Aber ich kann einen kleinen Beitrag leisten. Und ich frage mich, ob auf dieser Welt nicht noch mehr Spinner wie ich es bin, zusammen mit meiner Frau Maria dieses Projekt aus einer Bauchentscheidung heraus zu unterstützen, unterwegs sind?

Ich habe das Projekt gesehen. Und jeder, der möchte, kann sich ebenfalls selbst davon überzeugen. Ich möchte diesen Stein legen, bevor ich den schweren Rückweg nach Südafrika auf mich nehme. Schwer emotional und schwer aus der technischen Sicht. Ich will mich überraschen lassen, was sich in den 30 bis 40 Tagen tut, bis ich wieder in Jeffrey’s Bay bin.
Gibt es nicht noch mehr Spinner, die es gerne sind? Spinner, die an die gute Sache glauben? Spinner, die nicht mit dem Strom schwimmen? Spinner wie meine Frau Maria, die kein Wort Französisch spricht und dennoch tagelang mit den Kindern Zeit verbringt und sie zum Lachen bringt?

Ich glaube, es gibt noch mehr Spinner wie mich. Und deshalb möchte ich innerhalb eines Jahres, angefangen vom Juni 2007, 999 weitere Spender finden, die sagen: Ja, ich spinne! Ich unterstütze diese Sache mit 500 Euro. Und mit Spinnern meine ich nicht nur einen einzelnen Familienvater. Auch Firmen, Vereine, Bürgermeister, Verwaltungen, ganze Familien, die sagen: Spinnen für die gute Sache.

Die ersten 500 Euro sind von mir auf das Konto des Vereins burundikids e. V. eingegangen. Denn ich spinne gerne. Für Kinder.“

Paul Eberhard (Pauls Webseite: www.travelinafrica.shutterfly.com)

 

Japhet und Philipp
Japhet und Philipp

„`Ich glaube, ich spinne´, war der erste Gedanke, als ich zum ersten Mal persönlich auf Paul traf. Durch das Internet lernten wir uns kennen. Und nicht lange dauerte es, bis er sagte: Ich komme dich und die Kinder in Burundi besuchen. Gleich zu Beginn am Stadtrand Bujumburas der Schock: Die Polizei hielt Paul und Maria an mit dem Vorwurf, ein Kind angefahren zu haben. Im Hintergrund eine aufgebrachte Menge. Die Sache klärt sich schnell, wir bringen das Kind ins Krankenhaus. Dort stellt sich heraus, dass alles nur eine Farce war. Paul hatte mit dem Vorfall nichts zu tun.

Trotz dieses Schockerlebnisses am ersten Tag ließ sich Paul nicht von seinem Ziel abbringen. Er besuchte die Kinder, kümmerte sich, wo er konnte und bot seine Hilfe an. Spielen mit den Jungen und Mädchen im Waisenheim, Versorgung kleiner Blessuren und Fahrten zum Krankenhaus, zu allem war er bereit.

`Der spinnt´, sagten viele, die erfuhren, woher er gekommen war und aus welchem Grund. Und gleichzeitig steckt so viel Hochachtung in diesem spontanen Ausruf. Denn: Wer traut sich das schon? Denn jetzt ist plötzlich einer da, der beweist, am eigenen Leib, dass es möglich ist. Und zwar spontan, direkt und mit Leidenschaft.

Paul – ein Spinner. Vom Kennen lernen im Internet bis heute eine verrückte Geschichte. Eine Geschichte, die zeigt: Es kann so einfach sein, zu helfen. Und wenn sich doch nur noch weitere solche Spinner finden würden...“

Philipp Ziser (Philipps Tagebuch: www.pziser.wordpress.com)