Bau einer handwerklichen Berufsschule (AZG Fikentscher) in Gitega

burundikids e.V. startet im März mit dem Bau eines neuen Projekts zur weiteren Entwicklung in Burundi. Geplant ist ein Berufsausbildungszentrum für Jugendliche aus armen Verhältnissen in Gitega, der zweitgrößten Stadt Burundis in der Landesmitte. Ermöglicht wird dieses große Vorhaben durch die Wolfgang R. Fikentscher Kinderhilfestiftung mit Sitz in München, als neuer Partner von burundikids e.V.

Das Grundstück, auf dem gebaut werden soll, liegt am Stadtrand von Gitega und wurde von der örtlichen Administration für das Vorhaben kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Bauplanung liegt in den Händen von Architektin und burundikids-Vorstand Martina Wziontek, durchführende Bauherrin ist der Partner vor Ort, Fondation Stamm.


Das Grundstück für das AZG Fikentscher. Hier gibt es noch mehr Bilder...

Die neue Berufsausbildungsstätte, für die ein Budget von insgesamt 61.000 Euro zur Verfügung steht, soll aus drei Gebäudeeinheiten bestehen, in der über 200 Jugendliche in sechs praktischen Handwerksberufen (Maurer, Schreiner, Schlosser, Elektriker, Schneider und Klempner) sowie in Computeranwendung ausgebildet werden. Dabei soll jede Klasse auf 20 Auszubildende beschränkt werden, um die Effektivität und Qualität des Lernens zu gewährleisten. Außerdem wird in zwei „Schichten“ – vormittags und nachmittags – unterrichtet, sodass die doppelte Anzahl Jugendlicher erreicht werden kann. Voraussetzung für die Ausbildung am Ausbildungszentrum Fikentscher Gitega (AZG) ist der erfolgreiche Abschluss der Grundschule (sechs Jahre).

burundikids e.V. wird darüber hinaus die Auszubildenden mit einer Mahlzeit versorgen, da die Jugendlichen weite Schulwege von ihren weit verstreuten Höfen zum AZG zurücklegen müssen. Gefördert werden sollen insbesondere Straßenkinder aus dem Heim der Fondation Stammin Gitega, sowie arme Kinder aus Gitega und seiner ländlichen Umgebung, Waisen- oder Halbwaisenkinder und jugendliche Vollwaisen, die sich um jüngere Geschwister kümmern müssen, Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingslagern, sowie aus dem benachbarten Tansania heimkehrende Flüchtlingskinder und ehemalige Kindersoldaten.

Hintergrund

Gitega ist zweitgrößte Stadt Burundis mit 200.000 Einwohnern und täglich werden es mehr. Der Grund hierfür liegt insbesondere in den Flüchtlingen, die zahlreich aus den Lagern im benachbarten Tansania nach dem langen Krieg in ihre Heimat zurückkehren. Da Gitega im Vergleich zu den weiter östlich liegenden Provinzen wirtschaftlich bessere Perspektiven verspricht, siedeln die meisten in der näheren Umgebung der Stadt an. Die logische Folge: hohe Arbeitslosigkeit, Mangel an Schulen und Ausbildung.

Dennoch wird in dieser Umgebung sehr viel gebaut. Seitens der burundischen Regierung existieren Bestrebungen, Gitega wieder mehr in den Mittelpunkt zu rücken, in ferner Zukunft sogar wieder zur Hauptstadt zu ernennen. Mehrere Ministerien sind bereits von der Hauptstadt Bujumbura dorthin verlegt worden.

Der Bedarf an Ausbildungen veranlasste burundikids e.V., den Partner vor Ort, Fondation Stamm, und die Wolfgang R. Fikentscher Kinderhilfestiftung, diesem Mangel entgegenzuwirken. Ausschlaggebender Punkt für die Wahl Gitegas als Projektort ist die durch den starken Wachstum verursachte Nachfrage nach qualifizierten Arbeitern, insbesondere im Handwerk. Es bestehen demnach große Chancen für die Jugendlichen, nach der Ausbildung im AZG eine Anstellung oder Beschäftigung zu finden.

 

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