
Die EPCM ist eine allgemeinbildende Schule mit der Möglichkeit eines technischen Zugs in der Oberstufe (nach der 10. Klasse). Es gibt einen Kindergarten, Grundschule und Sekundarstufe bis zum Abitur. Als Fachabitur kann entweder der Zug des pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) oder des Krankenpflegers gewählt werden. Zur Schule gehören auch mehrere Laborräume für die praktische Ausbildung der PTA. Derzeit besuchen ca. 900 Mädchen und Jungen die EPCM (Schuljahr 2010/11).
Neben der schulischen Bildung können Jugendliche eine Ausbildung in Schreiner oder Schneider absolvieren.
Das Lehrerkollegium setzt sich zusammen aus Lehrern für die Bereiche Grundschule, College (Oberstufe) und technischer Zug, sowie Ausbilder in den Handwerksberufen. Alle Lehrer, Ausbilder und Direktoren sind einheimisch. Das Amt des Grundschuldirektors hat Désiré inne, Direktor des Colleges ist Joseph und technischer Direktor ist Néhémie.
Prinzipiell kann jeder/s Kind/Jugendlicher an der EPCM aufgenommen werden. Für die Grundschule und die Oberschule erfolgt eine einfache Einschreibung. Für die technischen Züge ist jedoch der erfolgreiche Abschluss der 10. Klasse erforderlich, sowie ein Eingangstest.
Die EPCM besteht derzeit aus zwei gleichen, parallel stehenden Gebäuderiegeln im Viertel Kajaga, ca. 15 Kilometer nördlich der burundischen Hauptstadt Bujumbura. Kindergarten und Grundschule einerseits sind räumlich getrennt von der Oberstufe und technischer Schule mit Labor andererseits. Den Namen hat die Schule übrigens von Kaiser Karl dem Großen (lat. Carolus Magnus), der im früheren Deutschland das Schulsystem einführte und ausbaute – es war einer der großen Vertreter von Bildung.
burundikids e.V. finanziert den Betrieb der allgemeinbildenden Schule – Lehrergehälter, Lehrmaterial, Unterhalt, sonstiges Personal (Ausbilder, Reinigungskräfte, Gärtner, Wächter). Das jährliche Budget für diesen Teil der Schule liegt bei knapp 45.000 Euro.
Die EPCM liegt direkt am See Tanganyika, nördlich der Hauptstadt Bujumbura. 2004 erwarb die Fondation Stamm mit Hilfe deutscher Partner das Grundstück und begann mit dem Bau des ersten Schulgebäudes.
Der Bau des ersten Gebäudes wurde größtenteils durch die Aktion Tagwerk und Human Help Network finanziert. Sie steuerten 150.000 EURO zum Bau des Zentrums bei, das inklusive Grundstück und Einrichtung 210.000 EURO kostete. Der Betrag kam durch die Kampagne "Dein Tag für Afrika" zustande, bei der Schüler 2005 und 2006 jeweils einen Tag lang für einen wohltätigen Zweck arbeiteten.
Schon in den noch nicht fertigen Klassenzimmern wurde bereits mit Alphabetisierungskursen für 80 Kinder begonnen.
Die EPCM wurde 2006 offiziell eröffnet durch den brandenburgischen Bildungsminister Holger Rupprecht und seinem burundischen Amtskollegen, Dr. Saidi Kibeya. Im ersten Schuljahr 2006/07 besuchten 350 Mädchen und Jungen den Unterricht.
Das Erdgeschoss des zweiten Bauabschnitts mit dem PTA-Labor und der medizinischen Station wurde komplett von der Aktion Tagwerk und Human Help Network mit Mitteln des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) finanziert, ebenso wie die laufenden Kosten des PTA-Labors und der PTA-Ausbildung.
Das Obergeschoss baut burundikids mit eigenen Mitteln aus privaten Spenden weiter. Dort entstehen weitere Schulungsräume.
Im Februar 2009 besuchte eine Delegation aus Baden-Württemberg Burundi, unter Leitung des damaligen Landwirtschaftsministers Peter Hauk MdL. Auf dem Programm stand auch ein Besuch bei der EPCM.
Die kleine Medizinstation mit zugehörigem Labor, die sich zuerst im zweiten Gebäude befand, ist in die neu gebaute Klinik "Centre Medical Hippocrate" integriert.
Das Schulsystem in Burundi besteht aus einer sechsjährigen Grundschulzeit mit anschließender siebenjähriger Sekundarschulzeit. Nach der 10. Klasse kann ein Fachabitur (Diplom A2) angestrebt werden, bspw. zur Krankenschwester oder zum Laboranten, das im Anschluss auch zur Universität berechtigt.
Das offizielle Angebot der burundischen Regierung, für die Lehrergehälter aufzukommen, wird bewusst nicht in Anspruch genommen. In diesem Falle würde das Bildungsministerium die Lehrkräfte vorschreiben, einstellen und die Gehälter bezahlen. Die Erfahrung zeigt, dass in den öffentlichen Schulen oftmals Streiks den Unterricht über Monate hinweg blockieren, weil bei Gehaltszahlungen an Lehrer mit Verzögerungen bis zu sechs Monaten zu rechnen ist. Die EPCM möchte jedoch einen reibungslosen Ablauf in der Lehre gewährleisten.
Geplant ist ein dritter, kleinerer Bauabschnitt, der die beiden bestehenden Gebäude als „U“ schließen wird. Hier sollen weitere Klassenräume entstehen, sowie eine Bibliothek, Computerraum, eine große Aula und eine Schulküche. Für den dritten Bauabschnitt, mit dessen Bau wir schnellstmöglich beginnen wollen, suchen wir wieder nach Partnern, die uns bei der Finanzierung unterstützen. Die Organisation „Ein Herz für Kinder“ hat bereits 40.000 Euro zugesagt. Diese Finanzierung erfolgt jedoch nur bei der Sicherung der gesamten Kosten des Baus.
Weitere Ausbildungsmöglichkeiten (Fachabitur) sollen langfristig in Informatik und in Hotelfach angeboten werden.
Nach der Fertigstellung aller Räumlichkeiten werden ca. 1.000 Kinder eine Schul- oder Berufsausbildung an der EPCM absolvieren können.