
Die Heimbewohnerinnen 2009 (Diashow)
Szenen aus dem Mutter-Kind-Heim im Mai 2009 (Diashow)
Im April 2005 haben wir am Stadtrand von Bujumbura, im Armenviertel Kamenge,
ein Mädchenheim gegründet, in dem inzwischen 30 junge Frauen gemeinsam
mit ihren Babys leben. Eigentlich sind es Kinder mit Kindern, die dort ein
sicheres Zuhause gefunden haben, denn die jungen Mütter sind erst zwischen
14 und 20 Jahre alt. Bevor sie Zuflucht in unserem Haus fanden, lebten die
Mädchen mit ihren Babys allesamt auf der Straße. Sie alle haben
schreckliche Erfahrungen hinter sich, die meisten wurden Opfer sexueller Gewalt
und dadurch schwanger. Einige von ihnen wurden von Rebellen entführt und
dienten als Kindersoldatinnen den Befehlshabern
als Ersatzfrauen und Arbeiterinnen.
Das Heim ist für seine Bewohnerinnen demnach viel mehr als nur ein Dach über den Kopf. Es ist ein Schutzraum und Ort der Neuorientierung. Die Mädchen bekommen neben medizinischer Versorgung und Essen auch die Möglichkeit, zur Schule zu gehen oder eine Ausbildung zur Schneiderin zu absolvieren. Zusätzliche Fertigkeiten lernen sie bei einer Stickerin und einer Handarbeitslehrerin. Eine weitere Möglichkeit für einen Neuanfang ist die Gewährung eines Kleinstkredits, so dass sich die Mädchen wieder eine eigenständige Existenz aufbauen können.
Ziel ist es, den Mädchen und ihren Kindern eine Lebensperspektive zu verschaffen und ihnen neuen Mut zu geben. Sie auf ihrem Weg zur Selbstständigkeit zu unterstützen, damit sie irgendwann auf eigenen Füßen stehen können.