Burundikids e.V.
Projektmitarbeiterin Lydia Gakima mit Kollege (Mitte) und einem Kooperativenmitglied in Muyinga

Arbeit mit Kooperativen

Im Norden und Nordosten Burundis unterstützt Burundikids e.V. Kleinbauern beim Aufbau von Kooperativen. Ziel ist in erster Linie die Verbesserung der Ernährungslage der Bevölkerung in den Regionen Ngozi und Muyinga. Einerseits steigern die Kleinbauern ihre landwirtschaftliche Produktion durch den Zugang zu Saatgut und Betriebsmitteln. Andererseits entstehen neue Infrastrukturen wie Hangars zur Einlagerung von Ernten und neue Geschäftsideen durch Verfügbarkeit von Kapital.

Die Basis für die Kooperativen bilden Selbsthilfespargruppen. Dafür schließen sich mehrere Haushalte zusammen und gründen eine Gemeinschaftskasse, in die alle einen regelmäßigen Beitrag einzahlen und aus der intern Kleinstkredite vergeben werden können. Ein Teil des Geldes wird für Soziales und Notfälle verwendet. Auf diese Weise können die Gruppen bereits Kapital sammeln und neue Aktivitäten starten, zum Beispiel den Ankauf einer weiteren landwirtschaftlichen Fläche, um die Produktion zu steigern.

Mehrere dieser Spargruppen schließen sich zu einer Kooperative zusammen. Sie geben sich Statuten und wählen Gremien. Sind alle Voraussetzungen erfüllt, registrieren sie sich bei einer staatlichen Behörde, wodurch sie ihren Handlungsspielraum noch erweitern. Aktuell haben 25 Kooperativen ihre Unterlagen eingereicht und warten auf ihre Akkreditierung.

Während die Kooperativen weitreichendere und größere Projekte anstoßen können, wie der Bau und Betrieb eines Hangars, Gründung von Saatgutproduktionen oder Inbetriebnahme von Getreidemühlen, bleiben die Spargruppen ihrerseits weiterhin aktiv. Ihre Mitglieder legen sich Tierbestände und ordentliche Ställe zu oder investieren in Landwirtschaft. Besonders erfreulich dabei ist die starke Partizipation von Frauen und zwar nicht nur als Mitglieder, sondern auch in den Gremien und bei der Entscheidungsfindung.

Auch in den Haushalten und zwischen den Familien haben sich die Lebensumstände und der Umgang miteinander verbessert. Viele Familien können sich zwei statt nur eine Mahlzeit am Tag leisten, das komplette Schulmaterial für die Kinder kaufen – und Paare streiten sich weniger über Geldsorgen. Außerdem berichten einige, dass die Kriminalität zurückgegangen sei – wenn es allen etwas besser ginge, würde auch weniger geklaut. Insgesamt sei der soziale Zusammenhalt deutlich besser geworden, berichten die Kolleg*innen der Fondation Stamm von ihren Besuchen in Ngozi und Muyinga. Eine große Herausforderung bleibt weiterhin der spürbare Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf Dürre und Starkregen. Und auch die Sorge vor der Corona-Pandemie ist permanentes Gesprächsthema.

Das Projekt wird vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.