
Das kleine Krankenhaus „Centre Hippocrate“ (benannt nach dem ersten bekannten Arzt der griechischen Antike Hippokrates) befindet sich direkt am See Tanganyika und neben der Schule „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“. Der 120.000 Euro teure Komplex wurde finanziert mit dem 2009 gegründeten Partner burundikids schweiz (Stiftung). Gebaut wurde ein Gebäude für Verwaltung, Empfang und Medikamentenlager, ein weiteres mit Untersuchungs- und Behandlungszimmern, sowie einem kleinen OP-Raum, ein Block für sanitäre Anlagen, eine Küche und Waschküche, sowie ein Gebäude mit Patientenzimmern zur stationären Aufnahme.
Im „Hippocrate“ arbeiten eine Ärztin, eine Krankenschwester, eine Hilfskrankenschwester, ein Apotheker, ein Laborant und eine Verwaltungsangestellte.
Die Klinik kooperiert mit der nebenliegenden Schule EPCM v.a. bei der Ausbildung zum/r Krankenpfleger/in. Darüber hinaus werden alle Schüler und Lehrer der EPCM kostenlos im „Hippocrate“ behandelt.
Die Klinik ist im größeren Umkreis (Entfernung zu den Krankenhäusern in Bujumbura: ca. 15 Kilometer) die einzige Möglichkeit für eine medizinische Behandlung. Bei voller Funktionsfähigkeit zählt sie zu den Kliniken in Burundi mit dem höchsten Standard.
Der Bau des Krankenhauses wurde im Oktober 2009 begonnen und im Mai 2010 abgeschlossen. Bis Ende 2010 sind alle kleinere Arbeiten und Installationen abgeschlossen.
Gründer von burundikids schweiz (Stiftung) sind die Schweizer Verena Zintzmeyer und Thomas Egloff, sowie einige weitere Gründungsmitglieder. Die Stiftung hat sich zur Aufgabe gemacht, gemeinsam mit burundikids Deutschland den Betrieb der Klinik zu finanzieren.
Ein Teil der Ausstattung wurde von burundikids (Deutschland) per Container nach Burundi gebracht. U.a. auch Klinikbetten mit Beistelltischen für die Ausstattung der Patientenzimmer.
In der kommenden Zeit soll weiteres klinisches Personal angestellt werden. Ziel ist die Inbetriebnahme der Patientenzimmer für die stationäre Aufnahme.
Ende 2010 wird ein weiterer Container erwartet, organisiert vom Partner Human Help Network (HHN), mit weiterem medizintechnischem Gerät für die Klinik.
Im Januar 2011 wird Susanne Lang, Krankenschwester an der Uniklinik Mainz, für ein Jahr nach Burundi kommen und am „Hippocrate“ arbeiten.
Ebenfalls im Januar 2011 werden zwei Krankenschwestern (Monique Urlacher und Irmgard Klein) vom Städtischen Klinikum Karlsruhe für einen dreimonatigen Einsatz nach Burundi kommen. Monique war bereits 2007 in Burundi und hat einige Erfahrung vor Ort.
Langfristig ist die landwirtschaftliche Förderung des Artemisia-Anbaus geplant. Die Blätter der getrockneten Pflanze sollen v.a. in der Malariabekämpfung verstärkt zum Einsatz kommen.
Zwischen der Fondation Stamm, burundikids schweiz, Human Help Network und burundikids finden derzeit Verhandlungen statt über die Stelle eines Fachbereichsleiters und Klinikdirektors. Im Gespräch ist hier ein burundischer Arzt, der 30 Jahre in Deutschland praktiziert hat und nun in seine Heimat zurückgekehrt ist.
burundikids hat mit der Fondation Stamm und mit Hilfe von Dr. Gisela Splett MdL (entwicklungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag Baden-Württemberg), sowie der Gynäkologin Dr. Barbara Müller-Nyamoya (Köln) einen Antrag an das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) gestellt. Ziel ist ein Erweiterungsbau für eine gynäkologische Abteilung. Geplant sind außerdem Angebote wie Sensibilisierungskurse zu Hygiene, Ernährung und vermeidbaren Krankheiten, sowie psychologische Betreuung.