Tageseinrichtung „Centre Duhinduke“ in Buterere

Die Tageseinrichtung „Centre Duhinduke“ (Bedeutung: „Wir nehmen unser Leben in die Hand“) entstand im Juli 2008 in einem der vielen Armenviertel Bujumburas, in Buterere. Es liegt im Norden der Hauptstadt und hat bislang noch keinen Zugang zu Strom und Wasser. Die Menschen zählen zu den ärmsten der Hauptstadt, es fehlt an Arbeitsplätzen und Perspektiven.

Seit Dezember 2007 arbeitet die Fondation Stamm in diesem Viertel. Zunächst gab es nur ein kleines Büro, in dem erste medizinische Versorgung sichergestellt und Mikrokredite verteilt wurden. Heute mietet die Fondation ein kleines Haus. Es beherbergt zehn Kinder und eine Betreuerin, die Tag und Nacht an diesem Zufluchtsort verbringen. Tagsüber ist die Einrichtung gleichzeitig Kindergarten und „Bureau d’ écoute“, ein Büro, wohin sich Menschen mit ihren Sorgen, Problemen und Angelegenheiten wenden können.

In einem Raum werden morgens und nachmittags jeweils 40 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren von einer ausgebildeten einheimischen Erzieherin betreut. An jedem Tag kommen andere Mütter zur Unterstützung der Heimleiterin und Erzieherin, sodass den Müttern zwar nicht die Zeit zum Geldverdienen genommen wird, sie aber gleichzeitig einen Beitrag zum reibungslosen Ablauf der Einrichtung leisten. Diese Regelung ist notwendig, um dem „Handaufhalten-Prinzip“ entgegen zu wirken und an die Verantwortlichkeit der Eltern zu appellieren, denn für die Plätze im Kindergarten werden keine Beiträge erhoben.

Ein anderer kleinerer Raum steht Frauen und Männern offen, die Hilfe brauchen bei der Versorgung ihrer Familien („bureau d’ écoute“). Sie haben hier die Möglichkeit, einen Mikrokredit zu erhalten. Die Idee zu der Einrichtung in diesem Viertel und in dieser Form entstand, weil viele Straßenkinder in der Innenstadt, insbesondere um den Zentralmarkt Bujumburas und vor allem Mädchen, aus dem Viertel Buterere kommen.

Viele Eltern schicken ihre Kinder zum Betteln auf die Straße und lassen diese auch nicht zurückkehren, bis ein bestimmter Betrag erbettelt wurde. Das Geld wird benötigt, um für die Familie Essen zu kaufen. Diese Umstände erlauben es den Kindern weder eine Schulausbildung zu bekommen, noch ein Leben in Geborgenheit zu erfahren. Ihr Alltag auf den Straßen Bujumburas ist geprägt durch Diebstahl, Drogen, Sexualität und Gewalt.

Der Kontakt zu den Familien entsteht nach und nach durch intensive Gespräche mit den Kindern. Wenn erst einmal die Vertrauensbasis zwischen den Mitarbeitern der Fondation Stamm und den Straßenkindern aufgebaut ist, führen die Kinder sie zu ihren Häusern und stellen ihre Familien vor. Schließlich wird der Kontakt zu den Familien gefestigt und nach Lösungsmöglichkeiten gesucht, damit die Kinder nicht mehr auf die Straße gehen müssen. Mittlerweile ist die Fondation Stamm mit seiner Einrichtung im ganzen Viertel bekannt. Der Zugang zu den Familien ist demnach nicht mehr nur über die Straßenkinder möglich, sondern es kann präventiv gearbeitet werden. Sie kommen von sich aus und bitten um Unterstützung. Ziel ist es immer, die Kinder so schnell wie möglich zurück in ihre Familien zu bringen und diese durch Mikrokredite zu unterstützen. Dabei reichen die Beträge der Mikrokredite von 20.000 FBu (ca. 11 Euro) bis hin zu 200.000 FBu (ca. 110 Euro). Auch die Vergabe von Kleiderspenden als Kredite zum Start eines Verkaufstands erzielt in diesem Zusammenhang große Erfolge.

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