burundikids e.V.
 
 
Anna (li) an der EPCM mit Pńdagogin CÚline beim Auspacken der mitgebrachten Spenden
Anna (li) an der EPCM mit Pädagogin Céline beim Auspacken der mitgebrachten Spenden

Anna: zum zweiten Mal in Burundi

Anna Schulz, eine von vier „weltwärts“-Freiwilligen, die 2008/09 vor Ort mitgearbeitet hatte, studiert heute Psychologie. Vor kurzem besuchte sie die burundikids nun zum zweiten Mal – auf eigene Faust. Ihre Eindrücke:

„Ende Februar 2011 machte ich mich das zweite Mal auf den Weg nach Burundi. Von August 2008 bis August 2009 hatte ich ein freiwilliges soziales Jahr bei der Fondation Stamm verbracht und nun bin ich zurück, um alte Freunde wieder zu sehen, die Kinder in den Heimen zu besuchen, und Anselm und Judith, die beiden Psychologen, ein wenig bei ihrer Arbeit zu unterstützen.

Im Vorfeld hatte ich in meiner Kirchengemeinde einen Vortrag über Burundi gehalten und einen Spendenaufruf gestartet, bei dem über 200 Euro und viele Schulmaterialien zusammenkamen. An dieser Stelle möchte ich mich herzlich für all die Spenden und die Unterstützung bedanken!

Als ich aus dem Flieger steige, schlägt mir die angenehm warme Abendluft Bujumburas entgegen. Ich bin umhüllt von dem Geruch nach tropischem Regen, den ich schon fast vergessen hatte. Es ist ein schönes und aufregendes Gefühl nach über einem Jahr wieder hier in Burundi zu sein.

Ich verbringe sehr viel Zeit im Straßenkinderheim, wo die Jungs und ich gemeinsam trommeln, Tanzfilme auf dem Laptop schauen und uns stundenlang unterhalten. Auch im Waisenheim, in dem ich damals mit den vier anderen Freiwilligen gewohnt habe, bin ich zu Besuch. Die Kids dort freuen sich sehr über die mitgebrachten Malsachen und innerhalb von einer halben Stunde ist die Kreide aufgebraucht und die Hauswand des Heims mit Kreidebildern bedeckt. Die „Babys“ von damals, die mittlerweile quirlige Kleinkindern sind, wuseln um mich herum und wollen alle gleichzeitig Huckepack getragen werden.

Einige der älteren Jungen des Straßenkinderprojekts wohnen jetzt in ihrem eigenen Haus in der Nähe der Schule. Als ich sie eines Nachmittags besuche, haben die Jungs eine Gitarre organisiert. Wir sitzen in der strahlenden Sonne vor ihrem kleinen Haus und sie rufen mir all die burundischen Lieder in Erinnerung, die ich vor über einem Jahr gelernt hatte. Im Gegenzug bringe ich ihnen ein französisches Lied bei. Ein andermal gehen wir zusammen im nahe gelegenen Tanganjikasee schwimmen. Ich genieße die Zeit, die ich mit den Kids verbringen kann, auch wenn diese leider viel zu schnell vorbei geht.

Nebenbei bekomme ich einen kleinen Einblick in die psychologische Arbeit, die Anselm und Judith, die für kurze Zeit für Anselms Unterstützung hier ist, leisten. So begleite ich beispielsweise Judith zu einem diagnostischen Interview mit einem Straßenjungen, was mir einen bis dahin nicht gekannten Einblick in das Leben der Menschen in Burundi ermöglicht.

Der Abschied nach den vier Wochen fällt mir nun um einiges leichter als das letzte Mal. Vielleicht deshalb, weil er diesmal nicht so endgültig scheint und ich die Gewissheit habe, dass ich irgendwann wiederkommen werde.“