burundikids e.V.
 
 
Anne Ziser im Muetterheim, Schneiderlehrer Apolinaire beobachtet

60 Sehtests am Tag: Brillen für die Heime

März 2011: Zum dritten Mal schon reiste Anne Ziser von der burundikids Arbeitsgruppe Karlsruhe und Mutter unseres Mitarbeiters Philipp nach Burundi. Die Optikermeisterin sammelt in ihrem Geschäft nicht mehr benötigte Brillen aller Art. Gemeinsam mit ihrer Kollegin säubert sie die Brillen, misst sie aus – und schickt sie dann nach Burundi. Alle zwei Jahre reist Ziser selbst vor Ort, um Sehtests anzubieten und die entsprechenden Brillen an Frau, Mann und Kind zu bringen.

Dieses Jahr stand der größte Arbeitstag für Ziser im neuen „Centre Médical Hippocrate“ (CMH) an. Um einen – wie in vergangenen Einsätzen erlebten – überwältigenden Ansturm der umliegenden Bevölkerung zu vermeiden, hatte Krankenschwester Agnès im Vorfeld Listen angefertigt: 60 Frauen und Männer sollten einen Sehtest bekommen. Ärztin Dora und Krankenschwester Susi Lang (aus Mainz) assistierten während der Aktion, halfen beim Übersetzen und dem richtigen Umgang mit den burundischen Patienten. Und: sie lernten für die Fortführung des Projekts.

„Viele der Menschen klagen über Augenbeschwerden, die hauptsächlich auf die starke Sonne zurückzuführen sind“, sagt die Optikermeisterin, „eine einfache Sonnenbrille kann dabei schon viel helfen“. Andere wiederum benötigen eine schlichte Lesebrille. Die komplizierteren Fälle, darunter auch Schüler der „Ecole Polyvalente Carolus Magnus“ (EPCM) werden nach und nach getestet: mit Sehtesttafel, Optikerbesteck – und viel Geduld. Für Analphabeten war eigens eine Tafel mit Symbolen zur Hand.

Um 9 Uhr hatte sich Ziser im CMH angekündigt, bereits um 6.30 Uhr standen die ersten vor den Türen. Und mit leeren Händen nach Hause schicken wollte Ziser auch niemanden: bis nach 19 Uhr, bei schummrigem Licht der Glühbirne und finsterer Nacht in der nicht ganz ungefährlichen Region, hörte sie sich die Leiden der Frauen und Männer an – die letztendlich alle mit einer Brille, Lesehilfe oder Sonnenbrille den Heimweg antreten konnten. Glücklich, denn eine richtige Brille kostet oftmals einen halben Monatslohn.

Zuvor hatte Ziser schon Sehtests im Mütterheim der burundikids angeboten. Mädchen, Heimleiterin und Schneider wurden versorgt.

Zwei große Kartons mit weiteren Sonnen- und einfachen Lesebrillen lässt Ziser, sortiert nach Stärke, zurück im CMH. Das Personal dort wird sich darum kümmern, dass künftig auch diesen Beschwerden Abhilfe geschafft werden kann. Bis Ziser wieder kommt. Oder aber ein großer Traum der Optikerin in Erfüllung geht: eine erste richtige Optikerschule in Burundi.