burundikids e.V.

Désiré in Deutschland – Hoffnung auf eine gesunde Zukunft

Désiré mit Hella von Sinnen auf der Kölner Kirmes
Désiré mit Hella von Sinnen auf der Kirmes

Vier Operationen hat Désiré bereits über sich ergehen lassen. Laut der Ärzte im Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal sei das Bein von Désiré in einem sehr schlimmen Zustand gewesen. Es sei höchste Zeit gewesen, ihn vernünftig zu operieren. Nun sind die Eingriffe in Désirés Oberschenkel vorerst abgeschlossen. Der in einer Notoperation zu burundischen Bürgerkriegszeiten eingesetzte Fremdknochen wurde entfernt, zwischenzeitlich Antibiotikumketten eingelegt und Vakuumschwämme eingesetzt – somit kann in seinem Oberschenkel nun neues, gesundes Gewebe entstehen. Während des Heilprozesses trägt Désiré noch eine Beinschiene – auch, um sein durch die lange Krankheit verdrehtes Knie etwas zu korrigieren. Sämtliche Kreuzbänder seien gerissen und die Kniescheibe sei verrutscht. Folgen von mangelnden medizinischen Versorgungsmöglichkeiten über mehrere Jahre hinweg. Aber auch das wollen die deutschen Ärzte in Angriff nehmen.

Ziel ist es, dass Désiré ohne Krücken laufen können wird. „Mehr wird man nicht machen können“, berichtet burundikids-Gründerin Martina Wziontek aus dem Krankenhaus. Doch damit wäre Désiré schon sehr viel geholfen und eine Zukunftsperspektive in Burundi ermöglicht. Wenn Désiré dann ausgewachsen sein wird, würden die deutschen Ärzte ihm gerne ein künstliches Kniegelenk einsetzen. Doch das ist noch Zukunftsmusik.

Ostern verbrachte Désiré übrigens bei Martina zu Hause. Dabei sei er „total aufgetaut“ und zeige seine Geschicklichkeit beim Zusammenbauen von Legoszenarien, höre burundische Raplieder mit seinem neuen MP3-Player oder sehe fern. Das ferngesteuerte Polizeiauto könne aber nur abwechselnd mit dem selbstgebauten Drahtauto aus Burundi mithalten.

Dank eines Burunders, der in Köln lebt, klappe auch die Verständigung gut. Übersetzungen zwischen Deutsch und Kirundi seien wichtig, sagt Martina. Einerseits, dass Désiré immer weiß, was mit ihm geschieht. Andererseits, dass auch sie und die Ärzte wüssten, was in Désiré vorginge. „Jaques ist wirklich eine sehr große Hilfe“, lobt Martina.

Sein besserer gesundheitlicher Zustand gebe auch dem Gemüt Aufwind. „Er isst alles, was er vorgesetzt bekommt“, freut sich Martina. Dennoch vermisse er Bohnen und Sombé, das Maniokgemüse. Und vor allem seine Freunde aus dem „Centre Birashoboka“. Mit denen telefoniere er ab und zu und berichte stolz, dass er wieder gesund zurückkommen würde. Dann kann Désiré auch all seine Erfahrungen teilen. Allen voran, die Fahrt mit dem Riesenrad auf der Kölner Kirmes, die er mit burundikids-Mitglied Nadine besuchte.