burundikids e.V.
Rose Nduwimana leidet an einer sehr seltenen Krankheit, die in Burundi nicht behandelt werden kann: aplastische Anämie
Rose Nduwimana leidet an einer sehr seltenen Krankheit, die in Burundi nicht behandelt werden kann: aplastische Anämie

Rose

„Viele haben sich vielleicht gewundert, weshalb einige Mails lange unbeantwortet liegen blieben, Anrufe unbeantwortet oder kurz gehalten. Der Grund hat einen Namen: Rose.

Seit etwa einem Jahr leidet sie an einer Krankheit, die die Ärzte hier in Burundi monatelang rätseln ließ. Seit fast einem halben Jahr beschäftigt mich dieses Thema zunehmend, seit vergangenen September intensiv, ja täglich. Bluttransfusionen in immer kürzer werdenden Abständen, Medikamente, Konsultationen mit allen möglichen Ärzten. Roses Körper leider unter Blutarmut, kann keine Blutzellen mehr produzieren. Zwischenzeitlich hatte ich das Glück, den deutschen Botschaftsarzt aus Nairobi, Kenia, kennen zu lernen, der eine erste vage Diagnose erstellen konnte. Eine weitere neue Bekanntschaft, ein Spezialist aus Nigeria, der zwischenzeitlich in Bujumbura arbeitete, konnte schließlich eine Knochenmarkprobe entnehmen, die anschließend in Nairobi untersucht werden konnte und endlich Aufschluss gab: Aplastische Anämie. Eine sehr seltene Krankheit, von manchen Seiten heißt es, das Verhältnis der an dieser Anämie erkrankten Menschen liege bei 1:1.000.000.

„Behandelt man nicht, führt die Anämie zum Tod“, hieß es. In Deutschland aber, mit entsprechender Behandlung, liegen die Heilungschancen bei bis zu 90 Prozent. Was zu tun war, stand nun fest. Wir versuchten, Rose nach Deutschland zu bringen. Jedoch musste ich während der vergangenen Monate immer wieder feststellen, dass es mehr als schwierig ist, ein Menschenleben zu retten. Täglich beschäftigte uns fortan der Fall Rose. Teilweise bis in die Abendstunden, an Wochenenden – abgesehen von den schlaflosen Nächten und der psychischen Last.

Immer wieder erreichten uns Momente, die dazu drängen schienen, das Handtuch zu werfen. 50.000 Euro soll die Behandlung kosten. Für ein Menschenleben. Viel Geld. Geld, mit dem wir so vielen anderen Kindern helfen könnten. Dieses Geld einsetzen für ein Einzelschicksal? Viele winkten ab. Doch das konnte es nicht sein.

Nach und nach fanden sich immer mehr Menschen, die Interesse zeigten, die sogar mit anpackten, aktiv wurden, sich kümmerten. Von Bujumbura über Nairobi, bis Freiburg, Karlsruhe, Frankfurt und Köln, sogar nach Hamburg und Berlin tauchte nun plötzlich Roses Name auf. Die Uniklinik in Freiburg erklärte sich schließlich bereit, Rose aufzunehmen. „Ein Herz für Kinder“ sagte die Kostenübernahme von Flügen und 20.000 Euro für die Behandlung zu. Doch fehlten immer noch die große Menge von 30.000 Euro, um Rose zu retten.

Menschen vor Ort spendeten. Dann ergriff mein Freund Ludwig Kamm, Pfarrer der Gemeinde St. Godehard in Tönisvorst (Nordrhein-Westfalen), die Initiative. Eine eigene Internetseite für Rose ging innerhalb weniger Stunden online. Und schnell zeigte sich, dass wir es gemeinsam schaffen können. Stiftungen und Medien wurden kontaktiert. „Für solche Einzelfälle kann es keine Unterstützung geben – so leid es uns tut“ war der Tenor. Doch fanden sich dennoch Kollegen in Redaktionen, die es sich nicht so einfach machen wollten. Die Geschichte anders verpackt, wurde sie veröffentlicht – online und im Druck.

Spenden treffen ein. Nach und nach. Doch dass es uns letztendlich gelingt, Rose das Leben zu retten, benötigen wir weitere Hilfe. Bitte helfen Sie uns. Wenn alles klappt, kann Rose noch diesen Monat nach Freiburg. Helfen Sie Rose!“

Hören Sie hier ein Interview von Pfarrer Ludwig Kamm zur Aktion "Rose soll leben" mit dem Domradio Köln (7.03.2009): Rose-soll-leben