burundikids e.V.
 
 
Krankenschwester Monique half auf der Ernährungsstation in Muyinga.
Krankenschwester Monique half auf der Ernährungsstation in Muyinga.

Ernährungsstation – Abschluss eines Projektstandorts

In den vergangenen zwei Jahren herrschte in der Provinz Muyinga im Nordosten Burundis eine verheerende Hungersnot. Das Welternährungsprogramm selbst hatte Schwierigkeiten, die notleidende Bevölkerung zu versorgen. Die Fondation Stamm beschloss damals, beim Kampf gegen den Hunger in Muyinga zu helfen und öffnete eine Ernährungsstation mit medizinischer Versorgung, hauptsächlich für Mütter, Kinder und Babys.

Aufgrund des großen Engagements der derzeitigen burundikids-Freiwilligen und der Hilfsbereitschaft der angesprochenen Menschen in Deutschland konnte die Ernährungsstation bis in diese Monate betrieben werden – unterstützt von burundikids. Seit Februar 2008 arbeitet vor Ort auch Freiwillige Kerstin selbst in der Station mit und unterstützt das einheimische Personal. Ebenfalls fleißig mitgearbeitet hat Krankenschwester Monique, die auf eigene Faust aus dem Elsass aufgebrochen war, um in unseren Projekten in Burundi zu helfen. Sie war zwei Monate vor Ort, half in den Heimen in Bujumbura und schließlich auf der Ernährungsstation in Muyinga.

Verbesserung in Muyinga, Verschärfung in Kayanza und Cankuzo

Aktuell verbesserte sich die Lage in der nordöstlichen Provinz. Zwar sind die Menschen noch immer nicht ausreichend ernährt, jedoch herrscht keine akute Hungersnot mehr. Die Bevölkerung ist mittlerweile wieder in der Lage, sich weitgehend selbst zu versorgen, wozu auch die Verteilung von Saatgut geführt hat. Somit hat sich die Fondation Stamm entschlossen, die Ernährungsstation nicht weiter in Muyinga zu betreiben – trotz der immer noch armen Zustände. burundikids-Freiwillige Kerstin wird jedoch noch bis Mai vor Ort sein, um abschließende Maßnahmen vorzunehmen und einen fließenden Übergang in die Selbständigkeit der bislang betreuten Bevölkerung sicherzustellen.

Momentan werden Überlegungen geprüft, dringenden Anfragen zu folgen, das Ernährungshilfeprojekt in die Provinz Cankuzo im Osten Burundis (südlich der Provinz Muyinga) oder nach Kayanza im Norden zu verlagern. Der Grund ist die andauernde, sehr schlechte Versorgung der dortigen Bevölkerung. Kayanza ist der am meisten überbevölkerte Ort in Burundi. Die Versorgung mit Nahrungsmitteln ist mehr als unzureichend. Die Lage ist sehr schlecht bis dramatisch.

In der Provinz Cankuzo ist die Lage ähnlich. Die Provinz nahe der tansanischen Grenze ist eine der abgelegensten und am wenigsten entwickelten Gegenden Burundis. Auch hier ist die Versorgung mit Nahrung wenig bis gar nicht sichergestellt. Ernährungsprogramme wurden in dieser Ecke des Landes noch von niemandem durchgeführt. Die örtliche Bevölkerung schickte der Fondation Stamm nach einem Besuch durch Leiterin Verena Stamm bereits mehrere Anfragen und Bitten, ein Hilfsprojekt in Cankuzo zu starten, um der derzeitigen schlechten Versorgungssituation der Bevölkerung entgegen zu wirken.

Rückkehr der Flüchtlinge aus Tansania – Steigende Lebensmitteilpreise

Hinzu kommen Vorhaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) sowie der tansanischen und burundischen Regierung, die eine Rückkehr von etwa 70.000 Flüchtlingen aus den Lagern in Tansania zurück in ihre Heimat Burundi vorsehen. Das Welternährungsprogramm hat bereits zu mehr Spenden aufgerufen, um die zurückkehrenden Flüchtlingsströme ausreichend versorgen zu können. Die steigenden Öl- und Benzinpreise in Burundi, sowie die globale Forderung nach mehr Biotreibstoffen verschärfen die Situation jedoch weiter. Die Nahrungsmittelpreise steigen.

Die Fondation Stamm benötigt jedoch mehr Unterstützung, um ein angemessenes und sinnvolles Hilfs- und Ernährungsprojekt in Cankuzo und/oder Kayanza starten zu können.