Cornelius und das Solarprojekt

  Solarprojekt

 

Cornelius und Jean-Marie aus dem Straßenkinderheim bei der Montage von Solarlampen. Das Projekt soll Jean-Marie einmal weiterführen.

Die burundikids konnten in jüngster Zeit ein kleines Projekt mit Solarlampen beginnen. Die Bausätze zu den Lampen spendete Anfang dieses Jahres die Grünen-Abgeordnete im Stuttgarter Landtag, Dr. Gisela Splett, worüber die burundikids damals auf ihren Internetseiten berichteten.

Nach der Absolvierung eines Montagekurses beim Verein Solarprojekt Freilassing e.V. und seiner Einarbeitungszeit vor Ort in Burundi, ist das Verleihsystem nun angelaufen. Freiwilliger Cornelius berichtet von den Anfängen (am 3. Oktober):

„So langsam läuft das Solarlampenprojekt in Burundi an. Die ersten fünf Lampen sind schon zusammengebaut und werden demnächst vermietet. Dies gestaltet sich aber doch schwieriger, als ich es mir vorgestellt habe, aber ich denke bzw. hoffe, dass es trotzdem gut funktioniert. Hierzu einige Informationen und Überlegungen von mir:

Ich habe bereits verschiedene Burunder zu deren Ausgaben für Petroleum im Monat befragt und so wie es aussieht, variieren diese zwischen 2.000 und 15.000 Fbu (1€ = 1600 Fbu). Dies liegt daran, dass sich die armen Familien nicht mehr Petroleum leisten können, wie jenes, was man für 2.000 Fbu bekommt. Gleichzeitig gibt es aber auch relativ wohlhabende Familien im Umfeld, die (noch) keinen Stromanschluss haben, aber dementsprechend mehr Geld für Petroleum ausgeben können. Nun habe ich mir überlegt, eine „Mischkalkulation" zu machen, d.h. von den ärmeren Familien ca. 2.000 und von den reicheren bis zu 10.000 Fbu als Mietpreis pro Lampe pro Monat zu verlangen, so dass sich ein Durchschnittsmietpreis von 4.000 bis 5.000 Fbu ergibt. Diese Aufteilung ist aber auch nur möglich, da ich mit einem Mitarbeiter der Fondation Stamm, Emmanuel (der Schreiner), zusammenarbeite, der die Familien und deren finanzielle Situation im Umfeld der Schule und im nächstgelegenen Ort Gatumba kennt.

So werde ich nächsten Samstag beginnen die ersten Lampen in Gatumba zu vermieten, wo Emmanuel schon mit mehreren Familien geredet hat. Außerdem werde ich versuchen mit den Schülern an unserer Schule in Kajaga zusammen zu arbeiten, d.h. ich will in die 10. Klasse gehen, also zu den Schülern, die sich auf den nationalen Test vorbereiten, und nachfragen wie das Interesse ist usw. Hierdurch hätten wir eine gewisse „Kontrolle" über die Lampen. Der Direktor der Schule hat nämlich sehr großen Zweifel an dem Projekt geäußert, weil er meinte, dass die Leute, die eine Lampe mieten, diese sofort
weiterverkaufen würden. Sie würden nur das viele Geld sehen, was sie auf einmal bekommen, aber nicht langfristig denken. Um dies zu verhindern arbeite ich mit Emmanuel zusammen und werde die Lampen zunächst an die Familien vermieten, denen er vertraut. Danach werde ich es an unsere Schule weiterverbreiten, so dass auch hier eine gewisse Kontrolle vorhanden ist. Außerdem habe ich schon einen Vertrag auf Französisch aufgesetzt und ihn auf Kirundi übersetzen lassen, so dass alle verstehen können um was es geht.

Ich denke, dass das Projekt insgesamt gut vorankommt und auch bei den Burundern ist genügend Interesse an den Lampen vorhanden. So freue ich mich schon, die ersten Lampen tatsächlich vermieten zu können.“

 

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