Martina Wziontek über ihre zehnte Reise in die Projekte nach Burundi

Mit mir am Flughafen in Frankfurt am Main am Freitag Abend, 6. April, standen fünf weitere Frauen, die sich für unsere Projekte in Burundi interessieren oder sich bereits schon tatkräftig engagieren: Ursula Meissner, Kriegs- und Krisengebietsfotografin und Patin unseres Vereins; Gabriele „Ele“ Grabolle, Chirurgin aus Köln; Gabriele Hahn, Lehrerin an der Hauptschule Kall, die mit unserer Schule „Carolus Magnus“ in Bujumbura eine Partnerschaft pflegt; Helena Marion Scholz, Organisatorin der Gala „Sommernachtsfrauen“ in Köln als Benefizveranstaltung für burundikids e. V.; Helena von Aschwege, Kommunikationsdesign- Studentin aus Köln.

Am Samstag Mittag traf unsere Gruppe bei der Gründerin und Leiterin der Fondation Stamm, Verena Stamm, ein. Auf dem Flug nach Bujumbura hatte ich Gelegenheit, die burundische Botschafterin aus Berlin, Domitille Barancira, persönlich kennen zu lernen. Nach dem Zwischenstopp in Entebbe, Uganda, leerte sich das Flugzeug bis auf wenige Passagiere, so dass die Gruppe sechs weißer Frauen das Interesse der Botschafterin weckte. Sie gesellte sich zu uns und wir hatten ein sehr interessantes und nettes Gespräch. Auf unsere Einladung, sich in Burundi nochmals zu treffen und auch unsere Projekte zu besichtigen, geht sie ohne zu zögern ein.

 

 

 

 

Domitille Barancira, Botschafterin von Burundi, bei ihrem Besuch unseres Schulprojektes

Sie ist seit September vergangenen Jahres Botschafterin in Berlin, zuvor war sie 28 Jahre im Justizwesen angestellt, lange sogar Präsidentin des burundischen Verfassungsgerichts. Am Montag trafen wir uns wieder, besuchten unsere Schule im Stadtteil Kajaga und das Mütterheim in Kamenge. Die Botschafterin zeigte sich von den Projekten beeindruckt und teilweise auch sehr berührt.

In der Schule führte eine Schulklasse das Musical „Der Regenbogenfisch“ auf, das zwei unserer Freiwilligen – Julia und Marie – bereits seit einem halben Jahr mit den Kindern einstudieren und auch schon dem Bildungsminister aus Brandenburg bei seinem Burundibesuch vorführen konnten. Die Botschafterin war anscheinend so gerührt, dass sie ihre Tränen nur noch schwer zurück halten konnte. Den Bau umschrieb sie als „robust, solide und vernünftig“, die Schule sei etwas „für Jahrzehnte“.

Auch von unserem Projekt mit den Mädchen und jungen Müttern zeigte sie sich beeindruckt. Es sei sehr wichtig, dass die Mädchen wieder eine Zukunftsperspektive bekämen – indem sie zur Schule oder auf die Universität gehen können oder einen handwerklichen Beruf erlernen, wie es die Fondation Stamm im Heim selbst anbietet. Denn besonders an der Akzeptanz junger Frauen in der burundischen Gesellschaft muss gearbeitet werden. Sie bedankte sich mehrmals und war begeistert, dass sich jemand in ihrem Land so sehr engagiert.

Von unserer Idee, eine Gala für die burundikids zu organisieren (www.sommernachtsfrauen.de), war sie ebenfalls angetan und erklärte sich spontan bereit, die Schirmherrschaft dafür zu übernehmen. Unserer Einladung nach Köln am Freitag, 8. Juni, wird sie mit großer Freude folgen.

Es war bereits meine zehnte Reise zu Verena und den Kindern in Burundi. Doch immer noch fliege ich jedes Mal mit einer Unmenge an neuen, faszinierenden, berührenden und auch nachdenklich stimmenden Eindrücken nach Hause. Ich habe ein ganzes Stück meines Herzens in diesem kleinen Land verloren und daher ist es mir unmöglich, anders zu handeln, als ich es tue.

Ich wünsche mir deshalb, dass die Gala „Sommernachtsfrauen“ auch in diesem Jahr wieder ein großer Erfolg für die burundikids wird. Denn nur wenn das Engagement weiter geht, können wir in Burundi die Hilfe und den Aufbau leisten, wie es die Jungen und Mädchen verdienen.

Herzlichst,

Martina Wziontek

- Vorstand burundikids e. V. -

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